Schwarze Zahlen 2004
LTU erwartet Rückenwind von neuer Flotte

Deutschlands drittgrößter Ferienflieger LTU steht nach zweijähriger Sanierung vor dem Sprung in die Gewinnzone. „Wir werden nächstes Jahr schwarze Zahlen schreiben“, sagte der LTU-Geschäftsführer Sten Daugaard.

HB/dpa DÜSSELDORF. Schon in diesem Jahr benötige das Lufttransport-Unternehmen (LTU) für den laufenden Betrieb keine Zuschüsse mehr. Im kommenden Jahr würden dann keine Umbaukosten mehr anfallen und die Einsparungen aus der Umflottung vollständig zum tragen kommen. Mit der Indienststellung eines Airbus A 321-200 an diesem Samstag sei der neue LTU-Flugzugpark komplett.

Die Düsseldorfer Ferienfluggesellschaft habe künftig 24 moderne Airbus-Maschinen im Einsatz. Das seien 10 Flugzeuge weniger als zu Beginn der Umflottung im Mai 2001. Die Zahl der Sitzplätze sei um 28 Prozent verkleinert worden. „Wir sind flexibler geworden und können mit unseren neuen Kostenstrukturen im Wettbewerb mithalten“, betonte Daugaard. Billigflieger machten LTU mit Ausnahme von bisher zwei Strecken keine Konkurrenz. Auch der Irak-Krieg und die Lungenkrankheit Sars hätten die rot-weißen Flieger nicht vom Sanierungskurs abgebracht. Mit 88 Prozent Auslastung fliege LTU 2003 leicht über Vorjahresniveau.

LTU fülle freie Kapazitäten mit kurzfristigen Aufträgen. So habe das Unternehmen während der sechswöchigen Pilgersaison für Moslems im Januar und Februar 30 000 Gläubige aus ganz Europa auf die Arabische Halbinsel geflogen. Neben den dominierenden Touristikzielen seien solche Termingeschäfte eine weitere Einnahmequelle geworden. Ebenso erziele die LTU mit ihrem technischen Wartungen für andere Airlines einen Millionenumsatz.

Zum größten Kunden der LTU sei die REWE-Touristik geworden. Der Kölner Konzern hatte 2001 die LTU-Reiseveranstalter übernommen und war mit 40 Prozent bei der LTU-Airline eingestiegen. Auch die TUI sei weiter ein sehr großer Kunde der LTU. Daugaard zeigte sich nach wie vor optimistisch, dass ein oder mehrere Investoren bei LTU einsteigen werden. Gespräche mit potenziellen Interessenten seien nach dem Ende des Irak-Krieges wieder aktuell. Der frühere Swissair-Anteil von 49,9 Prozent an LTU wird von einem Treuhänder verwaltet. Ursprünglich sollte schon 2002 ein Investor einsteigen.

„Wir haben die Krise früher gehabt und sind bei der Sanierung heute deutlich weiter als die, die jetzt ran müssen“, betonte Daugaard mit Blick auf aktuelle Stellenstreichungen in der Touristikbranche. Die LTU drohte durch die Pleite der Swissair vor zwei Jahren mit ins Aus zu geraten. Durch eine Landesbürgschaft, einen Kredit in Höhe von 120 Millionen Euro und Gehaltskürzungen wurde das Unternehmen Ende 2001 gerettet. Die Airline hat Daugaard zufolge 250 Arbeitsplätze abgebaut und weitere 1000 ausgegliedert.

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