Schwarze Zahlen
Frankfurter Messe will Auslandsgeschäft stärken

Trotz schwieriger Marktbedingungen schreibt die Messe schwarze Zahlen und geht optimistisch in das kommende Jahr. Die größte deutsche Messegesellschaft will durch Zukäufe weiter wachsen und neue Veranstaltungen für den Standort Frankfurt am Main gewinnen.
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FRANKFURT. Die Messe Frankfurt will durch Zukäufe weiter wachsen. „Wo es sich anbietet und zu unserem Geschäft passt, werden wir uns verstärken“, sagte Michael von Zitzewitz, der Vorsitzende der Geschäftsführung der größten deutschen Messegesellschaft, gestern. Geplant sei, neue Veranstaltungen für den Standort am Main zu gewinnen. Dabei will der Messechef sich vor allem im Ausland umschauen. „Wir suchen nach Chancen aus den Verwerfungen des Marktes heraus“, sagte von Zitzewitz.

Vor allem im Inlandsgeschäft steht die deutsche Messebranche dieses Jahr vor großen Herausforderungen. Die Krise hat bei fast allen deutschen Messebetreibern für schlechte Zahlen gesorgt. Der Ausstellungs- und Messeausschuss der deutschen Wirtschaft e.V. (Auma) hatte Mitte November von leicht rückläufigen Aussteller- und Besucherzahlen berichtet.

Die Frankfurter zieht es nicht zuletzt deswegen weiter ins Ausland. Bereits im September haben die Hessen mehrheitlich die taiwanesische A&S Group übernommen, einen Veranstalter von Fachmessen zum Thema Sicherheitstechnik in Taiwan und Vietnam. Damit stärkt Frankfurt auch die Marke Intersec. Unter diesem Logo bündelt die Messe weltweit Veranstaltungen zum Thema Sicherheit. „Wir investieren in ein Thema, das weltweit an Bedeutung gewinnt und verschaffen uns Eintritt in eine geografisch zukunftsträchtige Region“, begründete Zitzewitz. Chancen suchen die Frankfurter auch in der arabischen Region. Die Entwicklungen in Dubai beobachtet die Messe laut Geschäftsführer Michael Peters genau. Der Standort stehe aber nicht infrage. „Wir rollen von dort die Region weiter auf“, sagte Peters.

Im Inlandsgeschäft hat die Messe Frankfurt in diesem Jahr bereits die Remax für sich gewonnen. Die größte europäische Fachmesse für die Wiederaufbereitung von Druckerzubehör wird vom 30. Januar bis zum 2. Februar 2010 parallel zur Paperworld stattfinden. Zudem soll künftig die neue Leitmesse Texprocess, eine Investitionsgütermesse für die Textil- und Modebranche, am Main stattfinden.Insgesamt verfügt die Messe Frankfurt über 28 Tochtergesellschaften, fünf Niederlassungen und 52 internationale Vertriebspartner.

Bereits heute sei die Messe in über 150 Ländern präsent, heißt es in Frankfurt. Im laufenden Jahr sei mit 90 Mio. Euro rund ein Viertel des Konzernumsatzes im Ausland erwirtschaftet worden. Besonders gut habe sich dabei das Veranstaltungsgeschäft in China entwickelt.

Bei einem Konzernumsatz von voraussichtlich 423,5 (Vorjahr: 440) Mio. Euro erwartet die Messe nach vorläufigen Kennzahlen ein Vorsteuerergebnis von rund 30 Mio. Euro. Damit haben sich die Frankfurter wieder auf Platz eins vor die Düsseldorfer Messe geschoben. Am Rhein fehlten in diesem Jahr die Großmessen, so dass die Zweitplatzierten einen Verlust einkalkulierten.

Für 2010 rechnet Messechef Zitzewitz mit einem weiteren schwierigen Messejahr. Gleichwohl übt er sich in Optimismus: „Wir sind zuversichtlich, im kommenden Jahr den Umsatz zu steigern.“

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