Schweizer Aufzughersteller
Schindler rüstet sich fürs Endspiel

In der Branche der Aufzugs- und Rolltreppenhersteller zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Marktführerschaft ab. Schindler aus der Schweiz ist dabei auf dem Weg, den Amerikanern von Otis Marktanteile abzunehmen.

LUZERN. Im Rolltreppengeschäft haben sich die Schweizer bereits knapp an die Spitze gesetzt, wie Verwaltungsratspräsident und Großaktionär Alfred Schindler gestern bei der Präsentation des Jahresergebnisses in Luzern vorrechnete. Auch im Aufzuggeschäft, wo die Eidgenossen mit neuen Produkten punkten können, gewinnen sie nach eigenen Angaben Marktanteile. „Wir sind in einem Endspiel“, sagte Schindler. Akquisitionsmöglichkeiten gebe es nicht zuletzt wegen kartellrechtlicher Hürden kaum noch: „Die Fähigkeit zum organischen Wachstum entscheidet über das Überleben.“

Bislang lang lag Otis mit einem Marktanteil von 27 Prozent klar vorne, Schindler kam auf 18 Prozent, der Aufzugsbereich von Thyssen-Krupp auf 13 Prozent und Kone aus Finnland auf neun Prozent. Die vier teilten sich damit gut zwei Drittel des Welt- und vier Fünftel des europäischen Marktes. In Asien sitzen die großen Hersteller Mitsubishi und Hitachi.

Das weltweite Aufzug- und Rolltreppengeschäft war 2004 gut 30 Mrd. Euro schwer. 60 Prozent davon entfielen auf Service und Modernisierung, 40 Prozent auf Produktion und Neuinstallationen. Die Gewinnmargen der Unternehmen liegen insbesondere wegen des lukrativen Servicegeschäfts deutlich über dem Durchschnitt der übrigen Industrie. Die Aufzugsparte von Thyssen-Krupp beispielsweise war bis zum Geschäftsjahr 2003/04 die mit Abstand rentabelste Einheit des Düsseldorfer Mischkonzerns.

Schindler hat im vergangenen Jahr bei einem um 7,5 Prozent höheren Umsatz von 8,87 Mrd. Schweizer Franken (knapp sechs Mrd. Euro) den Reingewinn um 21,9 Prozent auf 401 Mill. Franken gesteigert und damit das beste Ergebnis seiner Geschichte erzielt. Die Erwartungen von Analysten wurden deutlich übertroffen. Die Aktie zählte zu den Tagesgewinnern. Der Titel hatte sich zuletzt vergleichsweise schwach entwickelt, was auch daran liegen dürfte, dass die Familien Schindler und Bonnard mehr als zwei Drittel der Aktien halten, es somit wenig frei käufliche Anteilsscheine gibt.

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