Schweizer Uhrenindustrie
Die China-Gefahr

Die Exporte der Schweizer Uhrenindustrie sind deutlich langsamer gewachsen. Nach einer Analyse von Credit Suisse wird der chinesische Markt für die Vorzeige-Branche noch wichtiger werden – und damit auch die Risiken.
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ZürichHeute kaum vorstellbar: In den 70er Jahren war die Schweizer Uhrenindustrie fast tot. Zwar haben Schweizer die ersten Quarzuhren entwickelt, die viel genauer sind als mechanische Uhrwerke. Doch es waren japanische Hersteller wie Seiko, die mit günstigen Quarzuhren die Welt überschwemmten und die mechanischen Schweizer Uhren alt aussahen lassen.

Mit der peppigen Swatch rettete einst Nicolas Hayek die Schweizer Uhrenindustrie vor dem Untergang. Und heute dominieren die Schweizer den Markt für Luxusuhren. „Sie sind hier quasi der Monopolist“, sagt Fredy Hasenmaile, Co-Autor eine Studie der Credit Suisse zu den Perspektiven der Schweizer Uhrenindustrie. Die drei Weltmarktführer stammen ausnahmslos aus der Schweiz: Swatch Group (Omega, Blancpain, Breguet), Rolex und Richemont (IWC, Jaeger le Coultre, Vacheron Constantin).

Vor allem dank der Nachfrage aus China ging es in den letzten Jahren stürmisch bergauf. „In den vergangenen drei Jahren legten die Uhrenexporte pro Jahr im Schnitt um 17 Prozent zu; die Exporte der Schweiz insgesamt wuchsen nur um vier Prozent“, rechnet Hasenmaile vor.

Seit Herbst 2012 hat sich die Nachfrage aus China jedoch deutlich abgeschwächt. Laut dem Verband der Schweizer Uhrenhersteller sanken sie gar seit Anfang des Jahres bis Ende August im Vergleich zur Vorjahresperiode um 16 Prozent. Das hat auch politische Gründe, so dürfen chinesische Beamte seit vergangenem Sommer keine Luxusgüter mehr auf Staatskosten als Geschenke kaufen, um die Korruption einzudämmen. Hinzu kommt, dass die Wirtschaft in China langsamer als erhofft wächst.

Die Credit Suisse Experten bleiben dennoch optimistisch: „Wir erwarten, dass in den kommenden Jahren das Exportwachstum der Uhrenindustrie im Schnitt Werte um zehn Prozent erreichen kann“, erklärte Hasenmaile.

Trotz gebremsten wirtschaftlichen Aussichten seien die Absatzchancen in China intakt. Dank der steigenden Lebensqualität könnten sich mehr Menschen dort eine Schweizer Uhr leisten. Zudem sollen im Zuge des Freihandelsabkommen die Einfuhrzölle auf Uhren aus der Schweiz schrittweise gesenkt werden.

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