Schwellenländer bremsen
Beiersdorf kämpft mit Währungseffekten

Erfolg in China: Der Kosmetikkonzern Beiersdorf schreibt in der Volksrepublik endlich wieder schwarze Zahlen. Auch in Südamerika und den USA läuft es für den Nivea-Hersteller besser. Der Ausblick ist jedoch vorsichtig.
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HamburgBeiersdorf hat in China nach mehreren Verlustjahren die Ertragswende geschafft. Dank neuer Produkte und eines erfolgreichen Umbaus schrieb der Nivea-Hersteller bereits zu Jahresbeginn in der Volksrepublik schwarze Zahlen, wie Vorstandschef Stefan Heidenreich am Donnerstag bei der Präsentation der Quartalsbilanz bekanntgab. Damit zeichnet sich ab, dass der Hamburger Kosmetikkonzern im zweiten Anlauf auf dem wichtigen asiatischen Markt Fuß fasst und demnächst eine große Baustelle los ist. Beiersdorf hatte nach dem Fehlkauf der Haarpflegemarke C-Bons in China vor zwei Jahren praktisch bei Null anfangen müssen.

China ist einer der am stärksten wachsenden Märkte für Kosmetikartikel. Dort haben jedoch Konkurrenten von Beiersdorf wie Procter & Gamble, Unilever und Henkel die Nase vorn. Um den Hamburger Konzern wie angekündigt an die Spitzenliga der Kosmetikbranche heranzuführen, muss Heidenreich im Reich der Mitte Erfolge vorweisen. Mit einem Forschungszentrum in der Stadt Wuhan, das jüngst zu einem Zentrum für die Region Fernost ausgebaut wurde, orientiert sich Beiersdorf nun stärker an den Bedürfnissen der Chinesen.

Zugleich machte Heidenreich klar, dass das Geschäft im Reich der Mitte kein Selbstläufer sei. „China wird weiter ein schwieriger Markt bleiben.“ Die Wünsche der Kundschaft änderten sich ständig. Immerhin verliere Beiersdorf dort kein Geld mehr. Vor nicht allzu langer Zeit hatten die Hamburger in der Volksrepublik 85 Millionen Verlust im Jahr aufgehäuft.

Da zugleich die Ertragskraft in Südamerika und den USA steigt und das Geschäft in einigen Ländern Europas besser läuft, sprudeln bei dem von der Tchibo-Mutter Maxingvest kontrollierten Traditionskonzern die Gewinne. Der Betriebsgewinn des Gesamtkonzerns kletterte im Startquartal um 9,5 Prozent auf 235 Millionen Euro. Das Plus war vergleichsweise hoch, weil Beiersdorf aus dem Verkauf einer Immobilie in Hamburg zehn Millionen Euro Gewinn einstrich. Analysten hatten dies offenbar nicht auf dem Zettel und waren von einem niedrigeren Betriebsgewinn ausgegangen. Die Ebit-Marge sprang auf 14,7 Prozent, 1,1 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

Dennoch zeigte sich Heidenreich zurückhaltend: „Wir konnten den kontinuierlichen Aufwärtstrend des Unternehmens aus dem Vorjahr auch im ersten Quartal fortsetzen.“ Der Umsatz sei erneut gestiegen und Beiersdorf gewinne auf wichtigen Märkten Anteile hinzu. Der Erfolg in Schwellenländern hat allerdings eine Kehrseite: Weil viele Währungen dort auf Talfahrt sind, schrumpfen die Erlöse bei der Umrechnung in Euro. Der Anteil des Geschäfts in den aufstrebenden Ländern am Gesamtumsatz sank dadurch knapp unter 50 Prozent, nachdem er im vergangenen Jahr erstmals über diese Marke geklettert war.

Weltweit stiegen die Erlöse im ersten Quartal um 6,7 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. Wegen Wechselkurseffekten blieb bei der Umrechnung in Euro davon jedoch nur ein kleines Plus von 1,2 Prozent.

Angesichts der schwachen Konjunktur in einigen Schwellenländern sowie der politischen Unsicherheit durch die Ukraine-Krise bleibt Beiersdorf bei seinen Geschäftszielen für 2014 vorsichtig. Demnach peilt der Konzern einen Anstieg des Umsatzes zwischen vier und sechs Prozent an. Die operative Rendite soll leicht zulegen. 2013 hatte Beiersdorf die operative Marge um einen Prozentpunkt auf 13,2 Prozent gesteigert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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