Schwellenländer
Nestle spürt schwächere Konjunktur

Die Nachfrage schwächelt, Währungen kämpfen mit dem Kursverfall: Nun bemerkt auch Nestle die schwache Konjunktur in wichtigen Schwellenländern. Umsatz und Gewinn des Schweizer Konzerns sind im ersten Halbjahr gesunken.
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ZürichNestle hat die Konkurrenz im ersten Halbjahr hinter sich gelassen. Getrieben von florierenden Geschäften in den Schwellenländern steigerte der Schweizer Nahrungsmittelkonzern seinen Absatz und trotzte politischen Krisen und Preisdruck in vielen Ländern. „Das starke Wachstum in kleineren Schwellenländern wie den Philippinen, Pakistan, Afrika und so weiter wird aufgewogen durch die Schwierigkeiten im größten Markt der Region, China, aber das Geschäftsumfeld verbessert sich dort“, erklärte Finanzchefin Wan Ling Martello am Donnerstag.

Damit liegt das von Analysten bis vor kurzem noch als ehrgeizig eingestufte Wachstumsziel wieder in Reichweite. Zudem erfreute der Konzern mit weltbekannte Marken wie Nespresso-Kaffee, Kitkat-Schokoriegel und Maggi-Suppen die Anleger mit einem milliardenschweren Aktienrückkaufprogramm.

„Nestle lässt die Muskeln spielen“, erklärte Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy. Die Schweizer seien einer der wenigen Konsumgüterkonzerne, die im ersten Halbjahr nicht enttäuscht und eine Gewinnwarnung für das Gesamtjahr abgegeben hätten. Entsprechend griffen die Anleger bei den Aktien zu. Die Titel verteuerten sich um drei Prozent auf 69,10 Franken. Auch das geplante Aktienrückkaufprogramm lockte Investoren an. Bis Ende 2015 will Nestle eigene Titel im Wert von acht Milliarden Franken erwerben. Finanziert werden soll dies unter anderem mit Erlösen aus dem Verkauf einer Beteiligung am französischen Kosmetikkonzern L`Oreal im Februar.

Nestle steigerte in den ersten sechs Monaten das organische Umsatzwachstum um 4,7 Prozent. In der Vorjahresperiode hatten die um Währungseinflüsse und Zukäufe bereinigten Umsätze lediglich um 4,1 Prozent zugelegt. Auch im Vergleich zu den Konkurrenten schnitt der Weltmarktführer aus Vevey am Genfersee besser ab. Die britisch-niederländische Unilever kam auf ein organisches Wachstum von 3,7 Prozent, die französische Danone auf 2,2 Prozent und Mondelez aus den USA auf zwei Prozent.

Das organische Wachstum überstrahlte einen auf den ersten Blick enttäuschenden Halbjahresabschluss. Den Umsatzrückgang um 4,8 Prozent auf 43 Milliarden Franken führte Nestle vor allem auf den Kursverfall von Schwellenländer-Währungen und dem Dollar zurück. Die Wechselkurse drückten zusammen mit den gestiegenen Einkaufskosten für wichtige Rohstoffe wie Kakao, Kaffee oder Milch auch auf den Gewinn. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 4,6 Milliarden Franken, fast zehn Prozent weniger als vor Jahresfrist.

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