Schwenkers Strategie
Analyse: Neues Denken

Das wirtschaftliche Umfeld für unsere Unternehmen hat sich in den letzen zwei Jahrzehnten massiv verändert. Die Unternehmen müssen sich darauf einstellen.

Der technologische Fortschritt hat ganz neue Geschäftsmodelle ermöglicht, die Globalisierung der Güter und Kapitalmärkte hat zu neuen Unternehmensstrukturen geführt, geänderte Kundenpräferenzen und die zunehmende Marktsättigung in den Industrieländern zwingen die Unternehmen zu Innovationen. Hinzu kommt ein weiterer Faktor, nämlich die Liberalisierung und Privatisierung, die auch hier in Deutschland dazu geführt hat, dass sich wichtige Infrastrukturindustrien wie Telekommunikation, Energieversorgung oder Post nachhaltig verändert haben und in privater Hand sind oder - Beispiel Bahn - es bald sein werden.

Weltweit gewinnen Privatisierungs- und Liberalisierungsinitiativen momentan an Fahrt - allein im vergangenen Jahr stieg das Privatisierungsvolumen von fast 50 auf 95 Milliarden US-Dollar. Aus nachvollziehbaren Gründen: Den Regierungen ist beim verzweifelten Versuch, die Staatshaushalte zu konsolidieren, jeder Privatisierungserlös willkommen. Das ist auch gut so, denn freier Wettbewerb bringt mehr Wohlstand, da er die Preise sinken lässt und Innovationen herausfordert. Und die bisherigen Beispiele - Lufthansa, Post, Telekom - zeigen, dass privat geführte Unternehmen besser wirtschaften als staatlich geführte.

Das kommt natürlich nicht von alleine. Privatisierte Unternehmen oder auch Unternehmen in deregulierten Umfeldern wirtschaften dann effizient, wenn sie ihre neuen Freiheiten nutzen. Erfolgskritisch ist dabei nicht nur der richtige Prozess für den Übergang, sondern vor allem ein exzellentes Management im Anschluss. Denn die Anforderungen sind gewaltig: Erstens müssen mehr Service- und Kundenorientierung realisiert werden, um aus der Mentalität eines ehemaligen Staatsbetriebes auszubrechen.

Zweitens muss meist das Leistungsspektrum ausgeweitet werden - was ein Mehr an unternehmerischer Flexibilität und strategischem Denken erfordert. Drittens ist gerade in Infrastrukturindustrien eine Internationalisierung durch Zukäufe oft unverzichtbar. Und viertens müssen die meisten Ex-Monopolbetriebe ihr Kostenniveau senken, um sich langfristig im Wettbewerb zu behaupten.

All das setzt einen langen Atem voraus. Und auch die positiven Beispiele zeigen, dass eine umfassende Transformation Jahre in Anspruch nimmt. Doch gelingt es, das Programm umzusetzen, können wir auf gesamtwirtschaftlicher Ebene mehr Effizienz und Innovation erreichen - und einmal mehr den Nachweis führen, dass Wettbewerb immer noch die überlegene Lösung ist. Aber nur dann, wenn Liberalisierung und Deregulierung nicht an nationalen Grenzen Halt machen oder mit unterschiedlicher Geschwindigkeit vorangetrieben werden. Das ist die eigentliche Herausforderung für den Heimatmarkt Europa.

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