Schwenkers Strategie
Analyse: Wechsel muss Spaß machen

Wir müssen wieder strategischer werden! Selbst exzellente Geschäftsmodelle haben eine immer kürzere Halbwertzeit, Innovationsrenten schrumpfen immer schneller, und der Wettbewerbsdruck steigt ohnehin ständig weiter.

Auf Dauer kann die Antwort darauf nicht lauten, den Trends nur möglichst gut nachzulaufen, sich kurzfristig anzupassen oder die bestehenden Geschäfte zu optimieren. Was (häufig) fehlt, ist die Auseinandersetzung mit langfristigen Szenarien und die Bereitschaft – besser: der Mut –, Unternehmen daraufhin grundlegend neu aufzustellen. Die langfristige Orientierung und die Fähigkeit, Trends zu gestalten, war immer eine Stärke der deutschen und europäischen Unternehmen. Diese Stärke müssen wir zurückgewinnen und ausbauen.

In den neunziger Jahren gab es bereits in den Unternehmen eine große Bereitschaft, sich zu verändern, gefördert durch die ersten Business-Reengineering-Ideen, weiterentwickelt zur „Unternehmenstransformation“. Das Ziel lautete: Nicht nur gleichziehen, sondern langfristig Vorsprung gewinnen – durch neue Angebote, Prozesse und Strukturen, basierend auf einer umfassenden Mobilisierung der Mitarbeiter. Nicht ohne Grund haben deutsche Unternehmen gerade in dieser Zeit im Change Management große Fortschritte gemacht.

Wir haben also einen Erfahrungsschatz, auf dem wir aufbauen können. Das ist wichtig, denn wieder strategisch zu werden heißt nicht abzuheben, meint keinen Rückfall in die klassischen Top-down-Strategien. Im Gegenteil, Transformation kommt von zwei Seiten: von einer kreativen, analytisch fundierten Strategiearbeit und von einer ernst gemeinten Einbindung der Mitarbeiter durch ein richtig geplantes Change Management.

Zu diesem Change Management gehören etwa Strategie-Task-Forces statt einsamer Strategieabteilungen, „Townhall Meetings“ mit dem Top Management, gezielte Job-Rotation, Corporate Academies, Qualitätsoffensiven oder Werte-Workshops. Schließlich kann jede Strategie nur dann greifen, wenn sie von den Mitarbeitern verstanden und gelebt wird. Deswegen gelingt Transformation nur dann, wenn die Unternehmenskultur offen gestaltet wird. Mit anderen Worten: Veränderung muss Spaß machen, und das ist nur dann der Fall, wenn durch gutes Transformationsmanagement Sicherheit vermittelt wird.

Gemeinsam mit der französischen Business School Insead haben wir in einer Studie herausgefunden, dass der Erfolg von Transformationsprojekten in erster Linie auf Führung und Kommunikation beruht. Warum? Weil eine Mobilisierung ohne Inhalte, ohne lohnenswerte Ziele nur ein Strohfeuer ist – Mitarbeiter spüren sehr schnell, ob etwas wirklich ernst gemeint ist –, und weil Transformation Zeit und damit Beharrlichkeit braucht. Ein nachhaltiger „Cultural Change“ ist nicht in zwei Jahren machbar, und deswegen müssen wir wieder langfristiger denken.

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