Schwieriges Jahr
Reeder stöhnen über Kreditengpässe

Nach einem finanziell schwierigen Jahr hoffen die Reeder auf Besserung. Die wachsende Weltwirtschaft stimmt eigentlich positiv - doch die Zurückhaltung vieler Banken bei der Kreditvergabe macht der Branche Sorgen.
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HamburgDie Reeder in Deutschland hoffen nach einem schwierigen Jahr auf bessere Preise für den Schiffstransport. Ein ruinöser Kampf um Marktanteile habe in diesem Jahr die Frachtraten unter ein auskömmliches Niveau gedrückt, sagte Michael Behrendt, der Präsident des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), am Freitag in Hamburg. Das sei angesichts hoher Auslastung der Schiffe und steigender Ladungsmengen schwer nachvollziehbar und irrational.

Die Rahmenbedingungen für die Schifffahrt seien dennoch sehr gut. Die Weltwirtschaft wachse, der Welthandel und damit der Schiffsverkehr ebenso. Im kommenden Jahr sei mit einem Zuwachs von sieben Prozent zu rechnen. Die deutschen Reeder seien insgesamt gut aufgestellt, um von dieser Entwicklung überdurchschnittlich zu profitieren.

Allerdings macht den Reedereien die Zurückhaltung vieler Banken bei der Kreditvergabe zu schaffen. Die Finanzierung bereite laut VDR zunehmend Probleme. Selbst gesunde Unternehmen kämen derzeit nur schwer an Geld. „Es war vor fünf Jahren einfacher, mit den Banken zu reden“, sagte Verbandspräsident Michael Behrendt. Daher werbe der VDR bei den norddeutschen Ländern dafür, nach dem Vorbild der Bankenrettung notfalls auch Reedereien finanziell unter die Arme zu greifen.

Größere Pleiten gab es - mit Ausnahme der Bremer Beluga-Gruppe - in diesem Jahr zwar nicht, jedoch gingen insgesamt 20 kleinere Gesellschaften wegen der niedrigen Charterraten bankrott.

Eine stabile Weltkonjunktur alleine wird den Reeder aber voraussichtlich nicht helfen, ihre Probleme zu überwinden. Zuletzt litten die Schifffahrtsunternehmen neben Finanzierungsschwierigkeiten unter einem heftigen Preiskampf. „Die Charter- und Frachtraten erreichten 2011 nur selten ein auskömmliches Niveau“, klagte Behrendt. Im kommenden Jahr hoffe er aber auf Besserung, zumal keine weiteren Überkapazitäten zu erwarten seien. Zusätzlich zu dem ruinösen Wettbewerb stöhnt die Branche unter den steigenden Treibstoffkosten. Diese lägen heute um 50 Prozent höher als vor einem Jahr, erläuterte Behrendt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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