Sechs Milliarden Euro
Ahold legt Refinzanzierungsprogramm auf

Ein milliardenschweres Refinanzierungsprogramm soll den niederländischen Einzelhandelskonzern Ahold aus der Krise führen. Damit will Ahold einen Schlussstrich unter den Bilanzierungsskandal setzen, der das Unternehmen in eine schwere Krise geführt hat.

HB ZAANDAM. Das Programm sieht eine Kapitalerhöhung, Verkäufe von Geschäftsteilen und zusätzliche Kredite vor, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Insgesamt sollen auf diese Weise Mittel in Höhe von mehr als sechs Mrd. € aufgebracht werden. Ahold-Aktien legten nach Bekanntgabe der neuen Konzernstrategie gut fünf Prozent zu.

Von der Kapitalerhöhung verspricht sich das Unternehmen Erlöse zwischen 2,5 und drei Mrd. €. Der endgültige Ausgabepreis dürfte am 26. November bei einer Aktionärsversammlung festgelegt werden. Die gleiche Summe soll durch Verkäufe unter anderem des Verlust bringenden spanischen Unternehmensteils aufgebracht werden. Gleichzeitig werde über zusätzliche Kredite in Höhe von umgerechnet rund 1,5 Mrd. € nachgedacht, teilte das Unternehmen mit. Bei einer Eigenkapitalbasis von drei Mrd. € hatte das Unternehmen am 13. Juli Netto-Schulden in Höhe von 10,87 Mrd. €.

Ahold wolle künftig organisch und nicht mehr durch Zukäufe wachsen, sagte Unternehmens-Chef Anders Moberg und signalisierte damit eines Abkehr von der Politik seines Vorgängers Cees van der Hoeven. Nach Zukäufen war Ahold hinter den Konkurrenten aus den USA und Frankreich, Wal-Mart und Carrfefour, zum drittgrößten Einzelhändler geworden.

Bei Händlern wurde die neue Ahold-Strategie positiv aufgenommen. Der Kurs der Aktie stieg in Amsterdam um 5,66 % auf 8,41 €. „Das Management zeigt, dass es ihm Ernst ist, dass Ruder bei Ahold herumzureißen“, sagte ein Händler.

Im ersten Halbjahr 2003 erwirtschaftete der Konzern einen Betriebsgewinn vor Sonderposten in Höhe von 677 Mill. €, wie aus ebenfalls am Freitag vorgelegten Ergebnissen hervorging. Der Reingewinn habe 60 Mill. € betragen. Analysten hatten einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von rund 840 Mill. € nach 1,09 Mrd. € im Vorjahr erwartet.

Anfang des Jahres hatte Ahold die Investoren mit einem Bilanzskandal geschockt, für den vor allem Fehlbuchungen in seiner US-Lebensmittelsparte verantwortlich waren.

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