Sechsprozentiger Zuwachs
Rekord-Auftragseingang für die Bahnindustrie

Die deutschen Hersteller von Zügen und Schienen-Infrastruktur haben im vergangenen Jahr so viele Aufträge erhalten wie nie zuvor. Besonders hohe Zuwächse bescherten den Unternehmen die Exporte. Doch für 2007 hofft die Branche auf einen alten Stammkunden im Inland.

HB BERLIN. „Die Auftragseingänge haben ein Rekordhoch erreicht“, erläuterte der Chef des Verbands der Bahnindustrie (VDB), Friedrich Smaxwil, am Donnerstag in Berlin. Mit 10,6 Mrd. Euro sei der Wert von 2005 um sechs Prozent übertroffen worden. Deshalb rechnet der Verband für 2007 mit einem Umsatzwachstum auf gut 9,5 Mrd. Euro, nachdem die Umsätze im vergangenen Jahr um ein Prozent auf 9,1 Mrd. Euro gestiegen waren. Die Ertragslage der Branchenunternehmen hält Smaxwil für „auf dem Wege der Besserung, aber nicht befriedigend“. Der Wettbewerb sei immer noch stark.

Für Wachstum sorgen 2006 vor allem die Exporte. Im Ausland erlösten die Unternehmen der Branche 4,6 Mrd. Euro nach 4,2 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Im Inland ging der Umsatz dagegen um 300 Mill. Euro auf 4,5 Mrd. Euro zurück. Auch die meisten Aufträge kamen aus dem Ausland, allerdings bestellten auch deutsche Abnehmer mehr Züge und Ausrüstungen.

Für das laufende Jahr erwartete Smaxwil bei den Auftragseingängen mindestens eine Stabilisierung. Der Umsatz könnte auf 9,5 bis 9,8 Mrd. Euro steigen, prognostizierte er. Auch die Beschäftigung, 2006 noch von 38 500 auf 38 400 zurückgegangen, bleibe mindestens gleich. Es gebe bereits verstärkte Nachfrage nach „guten Kaufleuten, die Sinn für Technik haben“, die nicht befriedigt werden könne.

Die Industrie registriere bereits „stärkere Ordertätigkeit unserer inländischen Kunden“, sagte der Bahnindustrie-Präsident. Die Branche sei optimistisch, dass die Deutsche Bahn als wichtigster Kunde ihre Rolle als Wachstumsmotor wieder finde. Die Hoffnungen ruhen auf den Ankündigungen der Bahn, die Zugflotte zu erweitern und das Schienennetz zu modernisieren. „Wir erwarten damit mehr Aufträge“, sagte Smaxwil. 321 Nahverkehrszüge seien bereits geordert. Im Gespräch sei die Bestellung von 500 Güterloks und tausend Waggons sowie 400 Triebzügen für den Intercity-Verkehr.

Angesichts der zunehmenden Verkehrsleistung auf der Schiene erwartet die deutsche Bahnindustrie eine Aufstockung der Investitionen durch den Staat. Verbandspräsident Smaxwil erklärte, nur wenn der Infrastrukturausbau Schritt halte und „die politischen Rahmenbedingungen stimmen“, könne das Wachstum weiter gehen.

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