Seeffrachtvolumen treibt Gewinn
Kühne + Nagel steigert Gewinn um 60 Prozent

Der Logistikkonzern KÜHNE + Nagel hat den Gewinn im ersten Halbjahr 2006 dank einem weiter hohen Wachstum der Seefracht und einer Grossübernahme um gut 60 Prozent auf 208,4 Millionen sfr (ca. 132, 37 Millionen Euro) gesteigert. Trotzdem monieren Analysten das niedrige Umsatzwachsatum.

HB ZÜRICH. Der Umsatz des Konzerns legte um 35,6 Prozent auf 8,7 Milliarden Schweizer Franken zu. Damit verlangsamte sich das Wachstum im zweiten Quartal im Vergleich zum ersten Quartal etwas. Dies liegt allerdings nicht an einer Abschwächung der durch die Globalisierung anhaltend steigenden Transportvolumen, sondern an niedrigeren Frachtraten, Ölpreis- und Sicherheitszuschlägen.

K+N zeigte sich auch für das zweite Halbjahr zuversichtlich und will beim Umsatz in der See- und Luftfracht weiterhin doppelt so stark wie der Markt wachsen, wie Finanzchef Gerard van Kesteren sagte. Die Betriebsgewinn-Marge sollte dabei auf dem Niveau des ersten Halbjahres bleiben: „Die Profitabilität in der See- und Luftfracht sollte im zweiten Semester stabil bleiben“, so van Kesteren weiter. Im ersten Halbjahr hatte der Konzern die EBITA-Marge in der Seefracht auf 3,8 Prozent von 3,2 Prozent im Vorjahr und in der Luftfracht auf 4,4 Prozent von 4,3 Prozent verbessert.

Der Markt zeigte sich dennoch enttäuscht: Die Aktie sank im frühen Handel in einem festeren Gesamtmarkt um 4,7 Prozent auf 78,00 Schweizer Franken K+N erfüllte mit dem Ergebnis zwar die Markterwartungen, aber da der Konzern in der Vergangenheit oft über den Prognosen abgeschnitten hatte, enttäuschte dies die Investoren nun. Einige Analysten monierten das im Vergleich zum ersten Quartal niedrigere Umsatzwachstum.

Für K+N sind jedoch das Mengenwachstum und der Rohertrag entscheidend. Denn der Konzern hat keine eigenen Containerschiffe oder Cargoflugzeuge, sondern mietet diese von Dritten und ist damit nicht vom Gesamtumsatz, sondern von der bei ihm verbleibenden Umsatzanteil nach Zoll- und Frachtkosten abhängig. In der Seefracht legte K+N im ersten Halbjahr wie schon beim Transportvolumen um rund 20 Prozent zu und übertraf damit das Marktwachstum um etwa das doppelte, so der Konzern weiter. Vor allem die Exporte von Nordamerika nach Asien kurbelten die Volumen an. Der Rohertrag stieg um gut 23 Prozent auf 543,6 Millionen sfr.

In der Luftfracht legte der Konzern mengenmässig um acht Prozent zu und erzielte einen knapp 14 Prozent höheren Rohertrag von 290 Millionen sfr. K+N hatte Ende vergangenen Jahres mit dem Zukauf von ACR seine Sparte Kontraktlogistik, die von der Qualitätskontrolle über die Lagerung bis hin zur Endverteilung Dienstleistungen übernimmt, stark ausgebaut. Hier verdreifachte sich im Halbjahr der Umsatz auf 1,9 Milliarden sfr und das EBITA vervierfachte sich auf 40,9 Millionen sfr.

Der Landverkehr blieb für den Konzern weiter ein wunder Punkt: Hier stieg zwar der Rohertrag um knapp 30 Prozent auf 228 Millionen sfr, aber unter dem Strich machte diese Sparte wegen Abschreibungen einen leichten Verlust.

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