Seit Jahresbeginn mehr als 30 Prozent an Wert gewonnen
Gerüchte lassen Karstadt-Aktien steigen

Übernahmespekulationen haben die Aktien von Karstadt-Quelle am Montag erneut in die Höhe getrieben. Den Gerüchten zufolge hat die US-Investmentbank JP Morgan ein Mandat zum Kauf.

HB FRANKFURT. Der Aktienkurs des angeschlagenen Einzelhandelskonzerns stieg bis zum Nachmittag um 4,3 Prozent auf 10,50 Euro und führte die Gewinnerliste im Nebenwerteindex MDax an. „Es gibt ein Gerücht, wonach JP Morgan ein Mandat hat, Karstadt-Aktien für 11,50 Euro zu kaufen“, sagte ein Händler. „Ich weiß aber nicht für wen“, fügte er hinzu. Ein Sprecher von KarstadtQuelle wollte sich nicht äußern.

Seit Jahresbeginn haben Karstadt-Quelle-Aktien mehr als 30 Prozent an Wert gewonnen. Händler haben dies vor allem mit dem Kaufinteresse der Großaktionärin Madeleine Schickedanz begründet, die ihren Karstadt-Anteil in diesem Jahr auf gut 50 Prozent aufgestockt hat.

Trotz des Kursanstiegs der Aktien in diesem Jahr empfehlen die meisten Analysten die Aktien zum Verkauf. Durchschnittlich liegen die Kursziele der Banken bei sieben bis acht Euro.

„Vielleicht hat die Schickedanz-Familie ja vor allem die Immobilienwerte von Karstadt im Auge“, erklärte ein Analyst. Einige Analysten und Händler kritisierten, dass Schickedanz ihre Absichten bisher nicht erklärt hat und forderten sie auf, sich bald dazu zu äußern.

Unterdessen hieß es in Medienberichten, der Konzern wolle die Quelle-Sanierung weiter verschärfen. Unternehmensnahe Kreise bestätigten am Montag entsprechende Informationen des Börsen- Informationsdienstes „Platow-Brief“. Die Maßnahmen zur Rettung der Versandsparte würden noch „tief greifender ausfallen“ als von Beobachtern bisher angenommen. Mit der Ausarbeitung eines Aktionsprogramm sei Finanzchef Harald Pinger von Konzernchef Thomas Middelhoff persönlich beauftragt worden.

Zur geplanten Sanierung der Versandhandelssparte gehört, dass Quelle erstmals in der 78-jährigen Unternehmensgeschichte im Juli zwei Hauptkataloge versenden wird. Dabei handelt es sich um einen 900 Seiten starken „Mode-Katalog“ (Herbst/Winter) und um einen mehr als 1100-seitigen Katalog „Technik und Hartwaren“, wie das Unternehmen in Fürth mitteilte.

Darüber hinaus sollen das Markenprofil geschärft und der Spezialversand ausgebaut werden. Einzelne Sortimente sollen in Spezialkatalogen künftig nur noch zu bestimmten Zeiten angeboten werden. Nach früheren Aussagen will Quelle außerdem das Online- Geschäft verstärken und die Internationalisierung mit Schwerpunkt Mittel- und Osteuropa vorantreiben.

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