Seit sich die Outdoor-Firma der Kinderbetreuung annimmt, bekommen die Mitarbeiter mehr Nachwuchs
Der Kinderboom von Vaude

Der schwäbische Outdoor-Ausrüster Vaude versucht als Familiendienstleister alle Bedürfnisse abzudecken. Für die Beschäftigten bei Vaude bringt das Kinderhaus viele Vorteile – selbst wenn sie gar keine Kinder dort haben.

TETTNANG. Ein süßer Duft zieht durch den lichtdurchfluteten Raum. „Wir haben Kirschkuchen im Ofen“, sagt die Erzieherin Sylvia Roth und zeigt auf die kleine Küchenzeile in der Ecke. Dann ergänzt sie: „Heute ist unser Backtag.“ An diesem Dienstagnachmittag ist im Kinderhaus des schwäbischen Outdoor-Ausrüsters Vaude nur noch ein halbes Dutzend Kinder anwesend. Deshalb darf sich jeder eine Schürze umbinden und Kirschen unter den frischen Teig mischen.

Es geht nicht immer so beschaulich zu in der Kindertagesstätte des Tettnanger Bergsportunternehmens. Morgens toben bis zu 21 Kinder durch die drei Spielzimmer. „Vor allem Krippenplätze sind enorm begehrt“, freut sich Roth, die Leiterin der Kindertagesstätte, „denn viele Mütter wollen nach einem Jahr Auszeit wieder einsteigen.“ Einsteigen bei ihrem Arbeitgeber Vaude.

Vor vier Jahren hat Antje von Dewitz, die Tochter des Firmengründers Albrecht von Dewitz und designierte Firmenchefin, das „Kinderhaus“ auf die Beine gestellt – aus eigener Not, denn sie war mit der Betreuung für ihren Nachwuchs nicht zufrieden. „Wir versuchen als Familiendienstleister, alle Bedürfnisse abzudecken“, erklärt die studierte Betriebswirtschaftlerin das von ihr entwickelte Konzept.

Klingt sehr akademisch, ist aber eigentlich ganz einfach: Von der morgendlichen Betreuung von Schülern vor der ersten Unterrichtsstunde über Krippenplätze für Kleinkinder bis zum Kindergarten für Drei- bis Sechsjährige bietet das unternehmenseigene Kinderhaus heute ein Komplettangebot. Und das über das gesamte Jahr, ohne Ferien, inklusive Mittagessen - von sieben bis 17 Uhr. Kinder von Firmenangehörigen werden bevorzugt, ansonsten darf kommen wer will.

Dass das Betreuungsangebot bei den Mitarbeitern ausgesprochen beliebt ist, hat sich inzwischen sogar in den Kinderstationen der umliegenden Krankenhäuser herum gesprochen: „Früher haben alle unsere Mitarbeiterinnen im Jahr fünf Kinder bekommen. Momentan sind 17 Frauen in Mutterschutz“, sagt die 33-jährige von Dewitz, die selbst Mutter von drei Kindern ist. Nach Ansicht der Geschäftsfrau ist das Kinderhaus der wichtigste Grund, warum die Mitarbeiterinnen jetzt mehr Babys zur Welt bringen als früher: „Der Zusammenhang zwischen Betreuung und Geburtenrate ist eindeutig.“

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