Senkung der Einkaufspreise: Spar wird Edeka zur Last

Senkung der Einkaufspreise
Spar wird Edeka zur Last

Die Übernahme des Lebensmittelhändlers Spar wird für Edeka zum Vabanquespiel. Anders als von der Konzernspitze erwartet ist es dem Hamburger Supermarktriesen bislang nicht gelungen, die eigenen Einkaufspreise mit Hinweis auf das vergrößerte Ordervolumen zu drücken.

HB HAMBURG/DÜSSELDORF. Nach der im September vollzogenen Übernahme hatte Edeka-Vorstandschef Alfons Frenk angekündigt, den von ihm auf „mehrere hundert Millionen Euro“ bezifferten Kaufpreis durch verbesserte Einkaufskonditionen finanzieren zu können. Weil Edeka durch die Übernahme des Wettbewerbers 5,3 Mrd. Euro mehr Umsatz in die Einkaufs-Waagschale legt, hatte sich Frenk bei der Warenbeschaffung Einsparungen in Höhe von 300 Mill. Euro erhofft.

Dass daraus nun vorerst nichts wird, hat einen handfesten Grund: Gegen die Forderungen der Edeka-Einkäufer, die laut Lieferantenaussagen nach der Fusion mit Spar rückwirkend bis zu fünf Prozent Rabatt verlangt haben sollen, regt sich unter den Markenherstellern massiver Widerstand. Im Auftrag seiner Mitgliedsunternehmen hat der Wiesbadener Markenverband inzwischen dem Bundeskartellamt ein Rechtsgutachten zukommen lassen, das die rückwirkenden Forderungen als unzulässiges „Anzapfen“ brandmarkt. Verbandsgeschäftsführer Horst Prießnitz rechnet vor, dass die um Spar vergrößerte Edeka – zusammen mit den Kooperationspartnern Globus, Budnikowski und Kloppenburg – auf 33 Prozent Marktanteil kommt. Weil sie damit kartellrechtlich als „Marktbeherrscher“ einzustufen sei, dürfe sie selbst von Großunternehmen keine rückwirkenden Rabatte einfordern. Zudem sei die Edeka eine Unternehmensvereinigung. Als solche dürfe sie von ihren Lieferanten nach dem Kartellrecht ohnehin keine „sachlich ungerechtfertigten Leistungen“ fordern.

Eine Edeka-Sprecherin weist die Vorwürfe indes zurück. „Die Industrie hat durch die Übernahme der Spar einen sicheren Geschäftspartner, der ihr weiterhin Umsatzsteigerungen für das komplette Sortiment liefert", begründet sie die Rabattforderungen. Das Kartellamt ist der Argumentation des Markenverbands bislang nicht gefolgt. Nun heißt es aber bei einer Sprecherin: „Wir prüfen den Vorgang.“

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