Separater Börsengang
Britischer Handelskonzern GUS spaltet sich in zwei Teile auf

Nach 76 Jahren verschwindet ein traditionsreicher Handelskonzern vom Kurszettel der Londoner Börse. GUS, früher bekannt als The Great Universal Stores, kündigte am Dienstag die Aufspaltung in die beiden Geschäftsbereiche Argos Retail Group (ARG) und Experian an.

dih LONDON. Innerhalb von einem Jahr sollen die beiden Unternehmen separat an der Börse notiert werden. Analysten lobten den seit längerem erwarteten Schritt als konsequente Fortsetzung des Kurses, Werte für die Aktionäre zu schaffen. Sie erwarten für die beiden Unternehmen gemeinsam eine höhere Marktkapitalisierung als bisher für GUS allein.

Die Aufspaltung ist der Schlussstrich unter einer bewegten Firmengeschichte. 1900 in Manchester als Versandhändler gegründet, ging das Unternehmen nach dem Börsengang 1930 auf eine jahrzehntelange weltweite Einkaufstour. Ende der Fünfzigerjahre bestand es aus 80 Töchtern von Möbelherstellern bis hin zur Modemarke Burberry. Doch seit den Achtzigern bewegt sich der Konzern in die umgekehrte Richtung und verkaufte alle Fabriken und Ladenketten. Experian, ein Dienstleister für Kundenbindungssysteme und Kreditwürdigkeitsprüfung, kam 1996 zum Konzern, Argos, eine Kombination aus Katalog- und stationärem Handel, sogar erst 1998. In den folgenden Jahren setzte der Vorstand die Verkäufe und Abspaltungen von Töchtern fort. Als vorletzten Schritt brachte er im Dezember 2005 den Rest von Burberry an die Börse. Der Restkonzern kam damit noch auf 7,8 Mrd. Pfund (11,3 Mrd. Euro) Umsatz.

Nach der Aufspaltung soll Experian vom bisherigen GUS-Chef John Peace als Chairman und Don Robert als CEO geführt werden. An der ARG-Spitze sollen Oliver Stocken als Chairman und Terry Duddy als CEO stehen. Experian will die rund zwei Mrd. Pfund Schulden von GUS übernehmen und im Zuge der Abspaltung das Kapital um 10 bis 15 Prozent erhöhen. An Experian waren auch Finanzinvestoren interessiert.

Analyst Mal Patel von Merrill Lynch gesteht dem Geschäftsbereich einen Wert von 7,2 bis 7,5 Mrd. Pfund (rund 10,5 Mrd. Euro) zu. Für ARG, zu der außer Argos auch die Baumarktkette Homebase zählt, erwartet er eine Bewertung von 4,4 Mrd. Pfund. Beide wären damit Kandidaten für den FTSE-Index der 100 führenden Werte. GUS ist derzeit an der Börse 9,5 Mrd. Pfund wert. Die Aktie sank am Dienstag um gut zwei Prozent. Analysten führten das auf die kurzfristige Enttäuschung darüber zurück, dass die Aufspaltung nicht früher komme.

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