Shop Apotheke
Gerüchte um Amazon-Übernahme treiben Aktienkurs in die Höhe

Für Aufregung an den Aktienmärkten sorgt derzeit das Gerücht, Amazon wolle Shop Apotheke übernehmen. Der deutsch-niederländische Versandhändler dementiert – doch die Aktie bleibt knapp zehn Prozent im Plus.
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Berlin/FrankfurtEin später dementierter Bericht über ein angebliches Interesse von Amazon an einer Übernahme von Shop Apotheke hat am Freitag die Aktien des deutsch-niederländischen Arzneimittel-Versands in die Höhe getrieben. Das Branchenblatt „Apotheke adhoc“ meldete unter Berufung auf Insider, Gespräche mit dem US-Internethändler seien weit fortgeschritten. Doch Shop Apotheke dementierte: Der Vorstand stelle klar, dass es „aktuell keinerlei Gespräche oder Verhandlungen mit Amazon“ gebe, hieß es in einer Pflichtmitteilung. Amazon erklärte, man habe keine Ankündigungen zu Shop Apotheke gemacht. Shop-Apotheke-Aktien kletterten zunächst auf ein Rekordhoch von 55 Euro, gaben die Gewinne nach dem Dementi aber größtenteils wieder ab.

Laut „Apotheke adhoc“ wäre eine Übernahme für Amazon der erste Vorstoß in den Apothekenmarkt außerhalb der USA. Allerdings teste der Online-Händler seit einigen Monaten die Auslieferung von Medikamenten im Rahmen seines Angebots Prime Now. Dabei kooperiere Amazon mit einer Apotheke in München.

Shop Apotheke sprach mit Blick auf den Branchenbericht von „Marktgerüchten“. Weiter äußerte sich das Unternehmen mit Sitz im niederländischen Venlo nicht. Die Firma konzentriert sich auf nicht rezeptpflichtige Arzneimittel und Pflegeprodukte, die über Apotheken verkauft werden müssen. Das Unternehmen war aus der Kölner Fortuna-Apotheke hervorgegangen, in den Versandhandel mit Medikamenten eingestiegen und hatte nach Österreich, Frankreich und Belgien expandiert.

Die Aktien von Shop Apotheke verteuerten sich um mehr als ein Viertel auf ein Rekordhoch von rund 55 Euro. Das ist der größte Kurssprung seit dem Börsengang vor etwa einem Jahr. Nach dem Dementi schmolz das Plus auf knapp zehn Prozent zusammen, die Aktien kosteten 45,90 Euro. Die Papiere waren zu 28 Euro ausgegeben worden und bei der Erstemission bei 30,05 Euro gestartet.

Angeblich soll Amazon auch an dem Versandapotheker DocMorris interessiert gewesen sein, habe eine Übernahme jedoch verworfen, da DocMorris auch im Praxisgroßhandel vertreten ist. DocMorris gehört zur schweizerischen börsennotierten Versandapotheke Zur Rose.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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