Shoppen in den eigenen vier Wänden
Versandhandel wieder im Aufwind

Nach einer jahrelangen Durststrecke sieht sich der Versandhandel wieder im Aufwind. In diesem Jahr werden die Bundesbürger nach einer Prognose des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels die Rekordsumme von 335 Euro pro Kopf für das Shoppen in den eigenen vier Wänden ausgeben. Vor allem Bestellungen über das Internet boomen.

HB FRANKFURT. „Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr weiter zulegen werden, Wachstumsmotor ist unverändert das Internet“, sagte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels (bvh), Rolf Schäfer, am Donnerstag in Frankfurt. Eine repräsentative TNS-Infratest-Umfrage unter mehr als 24 000 Verbrauchern zeige eine steigende Beliebtheit des Kaufens per Mausklick und Telefon: Die Branche steigert nach diesen Zahlen 2007 ihren Umsatz auf 27,6 Milliarden Euro und damit um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bis zum Jahresende seien weitere zwei Prozent Plus möglich. 2008 rechnet der Verband mit zwei bis vier Prozent Umsatzwachstum.

„Zu Euphorie besteht noch kein Anlass, der private Konsum läuft erst langsam an“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Thomas Steinmark. „Aber ich bin zuversichtlich, dass sich der Wirtschaftsaufschwung und die hohen Tarifabschlüsse ab Ende dieses Jahres auch auf den Einzelhandel auswirken werden.“ Er halte es für machbar, dass der Versandhandel seinen Marktanteil am Einzelhandel von derzeit 7 (Vorjahr: 6,8) Prozent bis 2015 auf 13 Prozent fast verdoppeln kann. Derzeit geben die Menschen in Deutschland pro Kopf 335 Euro für Waren aus, die ihnen bis an die Tür geliefert werden - und damit so viel wie nie zuvor (Vorjahr: 318 Euro). Bestellt werden vor allem Kleidung und Schuhe: Etwa jedes fünfte Kleidungsstück in Deutschland wird über den Versandhandel verkauft. Viel gefragt sind auch Bücher und CDs sowie Unterhaltungselektronik.

Die meisten Bestellungen werden über das Internet aufgegeben (48 Prozent), gefolgt von Bestellungen via Telefon (39). Nach Ansicht von Schäfer könnte der Umsatzanteil des Online-Handels von der derzeit gut 40 Prozent mittel- bis langfristig auf 60 Prozent gesteigert werden. Der Verkauf von Waren per Internet wird nach der Verbraucherumfrage in diesem Jahr den Rekordwert von 10,9 Milliarden Euro erreichen.

Bestärkt sieht der bvh seine positiven Aussichten durch die Entwicklung des Verbandes: In diesem Jahr seien bereits 22 neue Mitglieder gewonnen worden, der Verband vertrete nun fast 250 Unternehmen, die 80 Prozent des deutschen Versandhandelsmarktes ausmachten.

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