Shopping in Deutschland
Jeder zehnte Einkauf kommt per Post

Der Versandhandel legt dank des Internets weiter zu. Den Umsatzzahlen zufolge kommen zehn Prozent der Einkäufe per Post ins Haus. In einem Bereich haben die deutschen Versandhändler aber noch Nachholbedarf.
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DüsseldorfDer Umsatz steigt und steigt und steigt: Dank des Onlinegeschäfts boomen die Verkaufszahlen der Versandhändler. Innerhalb von drei Jahren hat ihr Umsatz um mehr als die Hälfte zugelegt. In Deutschland machte der Einkauf per Post 2013 zehn Prozent der Einzelhandelsumsätze aus. Im Jahr 2010 waren es lediglich 6,8 Prozent gewesen. Das geht aus Zahlen des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (Bevh) sowie des Handelsverbands Österreichs und des Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV) hervor, die die Verbände am Abend offiziell vorstellen und die Handelsblatt Online vorab vorliegen.

Die Konsumenten bestellten 2013 demnach Waren im Wert von 48,3 Milliarden Euro, der Gesamtumsatz im Einzelhandel lag bei 481,5 Milliarden Euro. 2010 machte der Versandhandel lediglich einen Umsatz von 30,3 Milliarden Euro. In den vergangenen Jahren konnte er seine konsolidierten Umsätze damit kontinuierlich steigern.

Nach Angaben des Bevh kommt dem Versandhandel besonders der E-Commerce zugute: Der Onlineanteil hat sich von 2010 bis 2013 verdoppelt. Während vor vier Jahren lediglich 4,1 Prozent des Handels online stattfand, waren es im vergangenen Jahr 8,1 Prozent.

Am lieben bestellen die Konsumenten Kleidung und Schuhe im Netz. Im Jahr 2013 brachten diese beiden Gruppen den deutschen Versandhändlern 16,1 Milliarden Euro ein. 2010 waren es lediglich 12,6 Milliarden Euro gewesen. Das liegt nach Angaben von Bevh-Präsident Gero Furchheim daran, dass die Textilversandhändler hierzulande „traditionell eine Stärke“ haben. Auch CDs, DVDs und Bücher sowie Multimedia und Elektrogeräte machen mit einem Umsatz von 8,3 beziehungsweise 5,5 Milliarden Euro immer noch einen ordentlichen Anteil des Geschäfts aus.

In einem Bereich hängen die deutschen Versandhändler aber noch zurück: bei dem Thema Essen. Die Bestellung von Lebensmitteln machen in Deutschland mit 2,1 Prozent nur einen Bruchteil aus. In anderen Ländern ist das anders: In der Schweiz zum Beispiel liegt der Anteil bei 12,8 Prozent. Der Schweizer Verband VSV sieht den Grund dafür bei den beiden größten Händlern Migros und Coop. Die trieben den Online-Foodhandel „mit viel Engagement und Experimentierfreudigkeit“ voran, sagte VSV-Präsident Patrick Kessler.

Für die Händler in der Bundesrepublik könnte das deutschsprachige Ausland in Österreich und der Schweiz nach Einschätzung des Bevh interessant sein. „Österreich und die Schweiz sind für das Cross‐Border‐Geschäft der deutschen Onlinehändler die wichtigsten Märkte“, so Bevh-Präsident Furchheim. „In Zukunft wird der gesamte grenzüberschreitende Handel nach unserer Einschätzung doppelt so schnell wachsen wie das Inlandsgeschäft.“

Lisa Hegemann
Lisa Hegemann
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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