Sicher einkaufen im Netz
Welchen Gütesiegeln Online-Shopper vertrauen

Siegel sollen Online-Shoppern den Weg zu seriösen Händlern weisen. Doch mittlerweile gibt es einen verwirrenden Wildwuchs bei den Qualitätszeichen. Eine neue Studie sorgt für mehr Klarheit.
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DüsseldorfDie Jagd nach Schnäppchen ist noch mal angeheizt: In der Woche vor dem amerikanischen Feiertag Thanksgiving hat Amazon auch in Deutschland die „Cyber Monday“-Woche ausgerufen und überschüttet die Konsumenten mit Sonderangeboten. Viele kleinere Webshops wollen da nicht zurückstehen und locken ebenfalls mit günstigen Preisen. Doch viele Shopper fragen sich: Sind die auch seriös? Kann ich da bedenkenlos bestellen?

Für die meisten Verbraucher gibt es ein einfaches Hilfsmittel: Nach einer repräsentativen Umfrage des Beratungsunternehmens elaboratum, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, schauen zwei Drittel der Kunden, ob der Webshop ein Gütesiegel hat, bevor sie einen Kauf abschließen. Für 44 Prozent der Befragten sind Gütesiegel sogar schon bei der Produktsuche wichtig. „Insbesondere bei weniger bekannten Marken oder bei Shops, mit denen Kunden noch keine eigenen Erfahrungen gesammelt haben, wird diese Bewertung maßgeblich auf Basis vorhandener vertrauensbildender Maßnahmen wie Gütesiegeln gefällt“, erklärt Martin Rothhaar, Managing Partner bei elaboratum.

Das nutzen viele Händler sehr gezielt. „Gütesiegel sind eine Möglichkeit, Vertrauen zum Kunden aufzubauen“, sagt Oliver Prothmann, Präsident des Bundesverbandes Onlinehandel. „Daher werden Gütesiegel gerne von Händlern eingesetzt, gerade wenn der Händler noch nicht so bekannt ist oder sogar neu im Handel“, so Prothmann.

Doch mittlerweile gibt es auch einen verwirrenden Wildwuchs bei neuen Gütesiegeln im Internet. Konsumenten fällt es dadurch zunehmend schwerer, zu bewerten, welche Gütesiegel wirklich seriös sind. Die Studie „Shopsiegel-Monitor 2015“ hat deshalb auch gefragt, welche Siegel deutsche Shopper kennen und welchen sie vertrauen. Das überraschende Ergebnis: Nur wenige Befragte konnten spontan den Namen eines Siegels nennen. Spitzenreiter ist dabei „Trusted Shops“ mit einer Quote von 17,1 Prozent. Auf Platz zwei folgt mit nur noch 2,3 Prozent „Geprüfter Webshop“.

Ganz anders sieht es bei der gestützten Bekanntheit aus, also wenn den Befragten die Siegel vorgelegt werden und sie sagen sollen, welche ihnen bekannt sind. Da kam „Trusted Shops“ auf 67 Prozent, gefolgt von „s@fer shopping (TÜV Süd)“ mit 59 Prozent und „Service Tested (TÜV Saarland)“ mit 56 Prozent. Auf den Plätzen vier und fünf folgen bereits zwei relativ neue Siegel: Das „Chip Online-Shop Zertifikat“ mit 41 Prozent und „Google-zertifizierter Händler“ mit 36 Prozent.

Viel entscheidender aber: Welchen dieser Siegel vertrauen die Shopper wirklich? Da gibt es laut „Shopsiegel-Monitor“ einen klaren Zusammenhang: Je bekannter ein Siegel, desto vertrauenswürdiger. Zwei Siegel jedoch haben einen unschätzbaren zusätzlichen Vorteil.

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