Sicherheit bei DHL
„Es ist nahezu unmöglich, alle Pakete zu kontrollieren“

Nach dem Bombenfund von Potsdam ist manchen Menschen bei Paketsendungen mulmig zumute. Doch wie kann man Sicherheit schaffen? Schließlich werden sieben Millionen Pakete pro Tag zugestellt, allein durch DHL.
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Bonn, PotsdamEs geht um eine riesige Menge von Paketen. Etwa sieben Millionen von ihnen werden im Weihnachtsgeschäft Tag für Tag durch Boten der Posttochter DHL zugestellt. „Es ist nahezu unmöglich, alle Pakete zu kontrollieren“, stellt DHL-Sprecher Dirk Klasen in Bonn klar. Für die rund 60.000 Paketzusteller sei die Erpressung, über die ganz Deutschland spricht, ständig im Hinterkopf.

Zuletzt war bekanntgeworden, dass keine Terroristen, sondern Verbrecher, die Geld wollen, hinter dem Bombenfund von Potsdam stecken. Konkrete Hinweise auf weitere Paketbomben gebe es derzeit aber nicht. „Das Geschäft läuft völlig normal“, sagt der Sprecher.

Allerdings führte die Warnung der Potsdamer Polizei vor weiteren Bombenpaketen auch zu Fehlalarmen. In der Bußgeldstelle der Polizei in Gransee bei Berlin sollte wegen eines verdächtigen Pakets das Gebäude geräumt werden – dann stellte sich heraus, dass es nur ein Christstollen war. Auch in Thüringens Staatskanzlei wurde Bombenalarm ausgelöst. Doch statt einer zunächst vermuteten Wurfgranate enthielt das Paket ohne Absender nur Kataloge. Und in Pritzwalk im Nordwesten Brandenburgs rückte die Polizei für ein Paket aus, in dem sich nur eine vom Ehemann bestellte Tube mit Gel befand.

Die Beschäftigten von Paketdienstleistern müssen immer damit rechnen, dass mit einer Sendung etwas nicht stimmt. „Das Restrisiko bleibt. Das ist etwas, was jeder weiß“, sagt Klasen. In der aktuellen Situation würden „viele Gespräche“ geführt. Zu Überreaktionen sei es bislang aber weder bei Beschäftigten noch bei Kunden gekommen.

Vorsorglich wurden die DHL-Mitarbeiter vom Unternehmen um besondere Achtsamkeit gebeten. Auch das Personal in den Filialen sei gewarnt worden, wie man mit der Situation umgehen müsse. In den Packstationen des Unternehmens könne aber weiter jedermann Pakete ungeprüft aufgeben. Eine technische Möglichkeit zur Überwachung gebe es nicht.

In dem ohnehin schon stressigen Weihnachtsgeschäft steht das große Finale für die DHL-Paketboten noch bevor. Dann wird noch mehr verschickt. Bis zu 8,5 Millionen Pakete müssen kurz vor dem Fest täglich zugestellt werden. „Alle sind sensibilisiert“, beschreibt Verdi-Sprecher Günter Isemeyer die Situation. Die Gewerkschaft vertraut in der aktuellen Situation jedoch auf den Arbeitgeber. „Wir sind sicher, dass die Deutsche Post alles unternehmen wird, um die Beschäftigten zu schützen“, sagt Isemeyer.

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