Sicherheitskontrolle am Flughafen: Wann Messer ins Gepäck dürfen

Sicherheitskontrolle am Flughafen
Wann Messer ins Gepäck dürfen

Die Erfahrungen unserer Leser zeigen viele Sicherheitsmängel an deutschen Flughäfen. Doch nicht alles, was nach Panne aussieht, ist auch eine. Unter welchen Bedingungen manche Gegenstände ins Flugzeug dürfen.
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DüsseldorfMonatelang schlummerte ein Teppichmesser in seinem Rucksack – und fiel selbst bei einer Sicherheitskontrolle am Flughafen nicht auf. Diese Geschichte berichtet ein Handelsblatt-Leser im sozialen Netzwerk Facebook. Er sei damit durch die Flughäfen Berlin-Tegel, Köln-Bonn und sogar Sarajevo gekommen – ohne, dass es jemandem aufgefallen sei. Erst in Belgrad sei ein Sicherheitsmann auf ihn zugekommen, aber auch das erst nach der Kontrolle.

Ein Einzelfall? Laut den Erfahrungen der Handelsblatt-Leser nicht. Nach den Kontrollpannen am Düsseldorfer und Frankfurter Flughafen Anfang November haben wir unsere Nutzer in den vergangenen Wochen auf unserer Webseite und in den sozialen Netzwerken aufgefordert, uns ihre Geschichten von Sicherheitsschleusen an deutschen Flughäfen zu erzählen.

Das (nicht repräsentative) Ergebnis: Viele sind mit Wasserflaschen, Taschenmessern oder Scheren im Handgepäck durch die Kontrollen gekommen. Auf den ersten Blick mag dies nach einer Panne des Sicherheitspersonals aussehen. Doch dieser Eindruck stimmt nicht in jedem Fall.

Beispiel: Messer. Auf der Liste der verbotenen Gegenstände für das Handgepäck hat die Bundespolizei fein säuberlich aufgelistet, welche Objekte Fluggäste lieber zu Hause lassen. Dazu zählen „spitze oder scharfe Gegenstände, die schwere Verletzungen hervorrufen können“, wie die Gesetzeshüter auf ihrer Webseite schreiben.

Doch der Definition nach zählen dazu erst Messer mit einer Klingenlänge von mehr als sechs Zentimetern. Sprich: Ein Messer, das diese Länge nicht erreicht, darf offiziell im Handgepäck bleiben. Dieselbe Regelung gilt auch für Scheren – viele Nagelscheren würden also theoretisch nicht darunter fallen.

Allerdings verweist die Bundespolizei darauf, dass der Hinweis auf die Klingenläge „eine Interpretationshilfe“ sei. „Es können auch Messer mit Klingenlängen unter sechs Zentimeter verboten werden, wenn diese aufgrund ihrer Beschaffenheit dennoch dazu geeignet sind, schwere Verletzungen hervorzurufen“, so die Bundespolizei auf Anfrage. Dazu zählen alle Messer, die unter die „Verbotsvorschriften des Waffengesetzes fallen, beispielsweise Spring-, Einhand- und Fallmesser.

Durfte unser Leser aus dem Beispiel vom Anfang sein Teppichmesser mitnehmen? Nein, denn das Teppichmesser wird in der Liste spitzer und scharfer Gegenstände sogar gesondert aufgeführt. Dasselbe gilt auch für Rasierklingen oder Kampfsportgeräte mit spitzer oder scharfer Kante. Zu letzterem Punkt würde beispielsweise der Degen eines Fechters zählen. In diesen Fällen rät die Bundespolizei den „Transport im aufgegebenen Gepäck“.

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