Sicherheitskontrollen

USA schrecken Fluggäste vor Sommerferien auf

Am Montag beginnen im ersten Bundesland die Sommerferien. Ausgerechnet zur Hauptreisezeit drängen die USA auf verschärfte Sicherheitskontrollen an Flughäfen. Was das für Fluggäste bedeuten könnte.
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Vorführung eines Körperscanners in Frankfurt 2012: Die USA wollen erhöhte Sicherheitsmaßnahmen auf ausländischen Flughäfen ergreifen. Quelle: dpa

Vorführung eines Körperscanners in Frankfurt 2012: Die USA wollen erhöhte Sicherheitsmaßnahmen auf ausländischen Flughäfen ergreifen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWer in die USA fliegt, kann nicht mal ebenso abheben. Bis 72 Stunden vor dem Abflug muss er sich die Reise vom US-Heimatschutz im Online-Verfahren Esta genehmigen lassen. Vor dem Gang in den Flieger wartet meist eine zusätzliche, zweite Sicherheitskontrolle. An den Flughäfen in Hamburg, München und Düsseldorf kann sich der Passagier dabei zwischen Abtasten oder dem Körperscanner entscheiden.

Bei der Einreise wird es auch nicht angenehmer. Es warten teilweise unangenehme Fragen zum Grund des Aufenthalts auf den Fluggast, Fingerabdrücke werden genommen und die Iris fotografiert. Wird das in Zukunft noch schlimmer?

Kurz vor den Sommerferien überraschen die USA mit der Ankündigung von neuen Sicherheitskontrollen an Flughäfen. Bei Direktflügen in die Vereinigten Staaten sollen in den kommenden Tagen „erhöhte Sicherheitsmaßnahmen“ ergriffen werden, kündigte US-Heimatschutzminister Jeh Johnson am Mittwochabend an. Es soll unter anderem zusätzliche Überprüfungen von Schuhen, Handgepäck und elektrischen Geräten geben, heißt es von US-Regierungsvertretern. Doch was das konkret für die Flughäfen in Deutschland und die Airlines bedeutet, bleibt vorerst unklar.

Das sind die häufigsten Stolpersteine für Reisende
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Geschäftsreisende sind ständig unterwegs, nur leider nicht immer auf dem direkten Weg von A nach B. Schuld sind die Fluggesellschaften, das Sicherheitspersonal oder technische Pannen. Der aktuelle „Cities & Trends Report“ zeigt allerdings: Es sind nicht immer nur die anderen. Oft machen es sich die Reisenden auch selbst schwer. BCD Travel hat Rückmeldungen von Reisenden ausgewertet und die größten Stolpersteine analysiert.

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Fast 60 Prozent der Ärgernisse gehen laut BCD Travel von den Fluggesellschaften aus. Die genauere Aufschlüsselung der Rückmeldungen zeigt: Unvorhersehbare Verspätungen, verpasste Anschlussflüge und komplette Flugausfälle sind mit Abstand das nervigste Problem beim Reisen. Und kommen viel zu häufig vor. Sie machen rund zwei Drittel der den Fluggesellschaften zuzurechnenden Probleme aus. Gerade im Winter sorgen vereiste Landebahnen oft für Verspätungen. Das können wir zwar verstehen, doch aufregen tut es uns trotzdem.

Flughafen Düsseldorf vor Ferienbeginn
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Sie stehen am Kofferband und warten auf Ihr Gepäck. Und warten. Und warten. Blöd gelaufen: Ihr Koffer mitsamt der wichtigen Unterlagen, die Sie vor dem nächsten Meeting noch durchsehen wollten, ist entweder noch in London oder schon auf dem Weg zum Ballermann. Auf jeden Fall hat er es nicht mit Ihnen bis nach Frankfurt geschafft. Bei immerhin 14 Prozent der den Fluggesellschaften zuzurechnenden Problemen handelt es sich um beschädigtes oder verlorengegangenes Gepäck.

PASSANGER USING HIS MOBILE PHONE IN FRONT OF THE EMPTY CHECK - IN
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Die verstellte Rücklehne des Vordermanns, viel zu geschwätzige Sitznachbarn, kreischende Kinder und unbequeme Sitze – Fliegen ist kein Zuckerschlecken. Wer das nötige Kleingeld (oder einen spendablen Arbeitgeber) hat, kann diesen Problemen leicht aus dem Weg gehen, indem er einen Platz in der ersten Klasse bucht. Blöd nur, wenn es zu einer ungewollten Umbuchung kommt und man sich plötzlich doch wieder mit den Reise-Alltagsquerelen rumschlagen muss.

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Auch wer auf einen Mietwagen zurückgreift, muss sich auf Probleme einstellen: Am häufigsten ärgern sich die Befragten über Pannen mit dem Leihauto, Fehler bei der Abrechnung und nicht verfügbare Modelle. Darauf folgen Zeitverlust und Schwierigkeiten mit der Fahrzeuglieferung. So gab ein Reisender an, weder die Station noch das Auto vorgefunden zu haben, als er seinen online gebuchten Mietwagen abholen wollte. Die Erklärung: Der Betreiber hatte versäumt auf seiner Homepage anzugeben, dass die Station bereits seit längerem geschlossen war. Insgesamt sind die Mietwagenanbieter laut Studie für acht Prozent der Probleme verantwortlich.

huGO-BildID: 36145055 The sun rises over a hotel building under construction in Phnom Penh on March 28, 2014. The Southeast Asian nation, written off
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Wenn man am Zielflughafen gelandet ist, hat man das Schlimmste bereits hinter sich. Das bedeutet allerdings nicht, dass nichts mehr schief gehen kann. Sechs Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Reise durch das Hotel problematisch wurde. Denkbar sind hier viele Ärgernisse: Schimmel an den Wänden, nervige Baustellen oder Rezeptionen, die Zimmer doppelt vergeben. Reisende haben ihren Trip erst dann problemlos überstanden, wenn sie wieder in ihrem eigenen Bett liegen.

PASSENGER LOOKS AT STRANDED JETS AT NEW YORKS LAGUARDIA AIRPORT
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Manchmal ist es auch eine höhere Gewalt, die einem einen Strich durch die Rechnung macht. Nicht zuletzt verhageln durch widrige Wetterbedingungen annullierte oder verspätete Flüge die Geschäftsreise (drei Prozent).

„Über eine Verschärfung der Sicherheitskontrollen ist uns derzeit noch nichts bekannt“, sagt ein Sprecher des Düsseldorfer Flughafens. Von dem Airport heben wöchentlich mehr als 50 Maschinen in die USA ab, Lufthansa und Air Berlin fliegen beispielsweise direkt nach New York, die US-Airline Delta nach Atlanta. Schon jetzt empfehlen Flughäfen und Airlines aufgrund der verschärften Sicherheitsvorgaben bei US-Reisen eine verfrühte Anreise.

Drei Stunden vorher solle der Fluggast am besten schon im Terminal sein, heißt es beispielsweise in München. So aufwendige Sicherheitsprozeduren gebe es sonst nur bei Flügen nach Israel. Was dem Umsatz der Einzelhändler in den Terminals gut tut, ist oft ein Ärgernis für die Passagiere. Der lange Vorlauf geht auf Kosten der Qualität der Reise.

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  • Na klar, es wird mal wieder das Bedrohungsscenario erneuert und verschärft. Damit die Menschen sich weiter ängstigen und sich besser kontrollieren lassen.

    Die Gründervaterzitate sind seit dem "Patriotact" aktueller als je zuvor.
    Thomas Paine (Founding Fathers Mastermind) über Patrioten: "The duty of a patriot is to protect the people from its gouvernment"

  • WETTEN DASS... sich schon in Bälde die Fluggäste selbstverständlich gerne und ohne Murren, weil es ja ihrer Sicherheit dient - und bleiben wir bei dem medizinisch korrekten Terminus, damit es hier nicht allzu unappetitlich wird - DIGITAL REKTAL untersuchen lassen werden. Der technisch mit der Zeit gehende Selbstmordättentäter trägt heutzutage den Sprengsatz nämlich nicht mehr am sondern im Körper:
    http://derstandard.at/1254310738347/Paris-warnt-vor-Zaepfchen-Terroristen
    Wortwörtlich also eine Ar...Bombe.
    Wie sagte bereits der Gründervater der USA Benjamin Franklin so zutreffend: "Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren."

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