Sicherheitspersonal
Streik am Flughafen Düsseldorf ist gestartet

Reisende müssen heute mit Behinderungen und Flugausfällen rechnen: Am Flughafen Düsseldorf hat ein ganztägiger Streik des Sicherheitspersonals begonnen - bereits zum vierten Mal am drittgrößten deutschen Airport.
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DüsseldorfAm Flughafen Düsseldorf müssen sich die Passagiere heute (Montag) wieder auf lange Wartezeiten und Flugausfälle einstellen. Das Sicherheitspersonal am drittgrößten deutschen Airport will erneut streiken.

Die Gewerkschaft Verdi hat die Fluggastkontrolleure aufgerufen, von 4.00 bis 24.00 Uhr die Arbeit niederzulegen. Spürbar wird der Streik ab 6.00 Uhr, dann endet das Nachtflugverbot.

In Düsseldorf sind heute 593 Starts und Landungen geplant. Der Flughafen rechnet mit mehr als 53.000 Passagieren. An den Terminals bildeten sich lange Schlangen. „Die Lage ist aber sehr entspannt. Die Passagiere reagieren mit viel Verständnis“, sagte ein Verdi-Sprecher am Montagmorgen.

„Solange kein neues Angebot auf dem Tisch liegt haben wir nur die Wahl, maximalen Druck zu erzeugen“, erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker am Sonntag laut Mitteilung mit Blick auf den Ausstand in NRW.

Der Flughaften stellt eine Liste aller vor Ort vertretenen Fluggesellschaften im Internet bereit (zur Liste) und bittet die Passagiere, sich vor ihrer Anreise zum Airport unbedingt bei den Airlines und Reiseveranstaltern über ihren Flugstatus zu informieren. Darüber hinaus sollten Reisende, so heißt es auf der Homepage, weitestgehend auf Handgepäck verzichten, um die Sicherheitskontrollen zu beschleunigen.

Der Tarifkonflikt ist in Nordrhein-Westfalen seit langem festgefahren. Verdi macht den Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) dafür verantwortlich. Einzelne Arbeitgeber zahlten bereits den von der Gewerkschaft für das Sicherheitspersonal an Flughäfen geforderten Stundenlohn 16 Euro. Die Gewerkschaft will noch vor Ostern einen Tarifabschluss erreichen. Zuletzt hatten Arbeitgeber und Verdi am 1. März ergebnislos miteinander gesprochen.

Die Arbeitgeber hatten am Freitag die Einschaltung eines Landesschlichters gefordert. Er habe starke Zweifel, ob man mit Verdi noch vernünftig verhandeln könne, erklärte der Verhandlungsführer der Landesgruppe NRW im BDSW, Gunnar Vielhaack. Die NRW-Landesregierung müsse sich in den Konflikt einschalten.

Verdi fordert für die 34.000 Beschäftigten der Branche in NRW Lohnerhöhungen zwischen 2,50 und 3,64 Euro. Für die Beschäftigten der untersten Lohngruppe hätten die Arbeitgeber bisher lediglich 40 Cent mehr angeboten. Die Arbeitgeber werfen Verdi vor, in den jüngsten Verhandlungen Forderungen von bis zu 43 Prozent aufgestellt zu haben. Der BDSW habe für die Fluggastkontrolleure für die Jahre 2013 und 2014 insgesamt 13,7 Prozent mehr Lohn geboten und für die untere Lohngruppe insgesamt 9,2 Prozent.
Seit Januar wurden der Düsseldorfer Flughafen dreimal und der Flughafen Köln/Bonn insgesamt viermal bestreikt. Zuletzt hatte das Sicherheitspersonal in Köln/Bonn am Freitag die Arbeit niedergelegt. Als Konsequenz wurden Dutzende Flüge gestrichen.

Dagegen sollen in Hamburg die Verhandlungen für die 600 Sicherheitskräfte am dortigen Flughafen an diesem Montag in eine neue Runde gehen. Nach vier Streiktagen und einem Spitzengespräch haben die Arbeitgeber ein neues Angebot angekündigt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Gemäss Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) ist der Flughafen Berlin Willi Brandt vom Streik nicht betroffen.

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