Sieben Fragen an: Heiner Kamps
„Wir haben eine ideale Struktur“

Über seine Holding IFR Capital möchte Heiner Kamps einen neuen starken Lebensmittelkonzern schaffen. Mehr als 700 Mill. Euro stehen ihm dafür zur Verfügung. Mit dem Handelsblatt sprach der Unternehmer darüber, wie künftig ein neuer Kamps-Konzern aussehen könnte.

Herr Kamps, sind Sie mit dem Ergebnis des Börsengangs ihrer Holding IFR Capital zufrieden?

Ja, wir haben eine ideale Investorenstruktur erreicht aus großen, langfristigen Investoren und Hedge-Fonds. Dass der Börsengang vierfach überzeichnet ist, gibt uns die Möglichkeit, relativ bald an den Markt zurückzukehren.

Eine der ersten Übernahmen wird der Kauf dreier Bäckereiketten von Klaus Ostendorf sein, einem Ex-Manager der Kamps AG. Hat er als Strohmann agiert, solange für Sie ein Wettbewerbsverbot galt?

Ach, in der Branche wird so viel Blödsinn erzählt. Die Kamps AG hatte eine Kaufoption auf die drei Ketten, die Barilla nicht genutzt hat. Da hat Ostendorf als cleverer Unternehmer halt zugegriffen.

Wie wird der neue Kamps-Konzern aussehen?

Wir wollen in drei Jahren bei 1,5 bis zwei Milliarden Euro Umsatz sein und eine Ebidta-Marge von zehn Prozent erreichen. Das Unternehmen wird zu 60 bis 70 Prozent aus Bäckereien einschließlich Tiefkühlgeschäft und aus Nordsee bestehen. 50 bis 60 Prozent des Umsatzes wollen wir in Deutschland machen.

Aber welche Synergien liegen darin, Bäckereien und Fischrestaurants unter einem Dach zu haben?

Die Unternehmen tragen zum einen in sich selber Potenziale, das Ergebnis zu verbessern. Bei Nordsee haben wir die Ebitda-Marge schon auf acht Prozent gehoben. Gemeinsam kann man zum Beispiel bei der Miete sparen, aber auch in der Verwaltung. Und man kann die Marge um ein, zwei Prozent verbessern, wenn man die Finanzstrukturen optimiert.

Der Bäckereimarkt scheint schwieriger geworden zu sein – Barilla hat einige Probleme mit der Kamps AG.

In der Tat sind viele Kämpfe auf dem Markt zuletzt zu Lasten der Margen gegangen. Aber wenn Barilla bei der Kamps AG die Ebitda-Marge auf 5,5 Prozent halbiert, dann liegt das sicher nicht nur am Markt.

Sind Sie interessiert, Ihr altes Filialnetz zurückzukaufen?

Es gibt keine Gespräche. Ich würde aber gerne darüber reden, wenn es auf den Markt käme. Ich fürchte nur, da ist auf der anderen Seite zu viel Emotion im Spiel.

Wenn in drei Jahren der Konzern wie gewünscht steht – was kommt danach?

Dann sind ganz andere Sprünge möglich. Zum Beispiel denken wir an die Expansion in andere Food-Bereiche. Das Unternehmen könnte ans Hauptsegment der Börse London wechseln oder auch nach Frankfurt. Auf jeden Fall sind die Aktienoptionen so gestaltet, dass das Management auf sechs Jahre gebunden ist.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%