Sieben neue Gesellschaften starten in diesem Jahr – Boeing und Airbus hoffen auf neue Aufträge
Billigflieger breiten sich in Asien aus

Billig Fliegen kommt auch in Asien immer mehr in Mode. Nach dem Boom von Anbietern wie Ryanair in Europa zieht nun auch der Markt in Fernost kräftig an. Den Erfolg von Anbietern wie Virgin Blue in Australien und Air Asia in Malaysia wollen weitere Unternehmen kopieren.

tom SINGAPUR. „Der Low Cost Bereich ist in Asien ein richtiges Start-up-Geschäft“, sagt Randolph Baseler, Vice President Marketing bei Boeing. Der US-Flugzeugbauer und sein europäischer Konkurrent Airbus versprechen sich von dem Gründungsboom einen steigenden Absatz ihrer Jets.

Neben Australien, wo Quantas Ende Mai mit der eigenen Billiglinie Jetstar in den Sektor stößt, werden in Indonesien, Thailand, Indien und Singapur in diesem Jahr neue Anbieter auf den Markt kommen. Singapur Airlines will in den nächsten Monaten die Billig-Tochter Tiger starten. Thai Airways besitzt einen Anteil an der von Bangkok aus operierenden Nok Air und die malaysische Air Asia will einen zweiten Anbieter in Thailand etablieren. Insgesamt sollen in diesem Jahr sieben neue Gesellschaften den Betrieb aufnehmen.

„Die Billig-Flugesellschaften werden wie bereits in Europa auch in Asien einen neuen Markt schaffen und Menschen, die vorher nie geflogen sind, ansprechen“, gibt sich Rainer Hertrich, Co-Chef der Airbus- Mutter EADS überzeugt. Dabei werden aus Sicht von Analysten die beiden größten Flugzeugbauer zu den Gewinnern gehören: „Der Airbus A 320 und die Boeing 737 werden sehr wahrscheinlich auch den asiatischen Billigflug-Markt dominieren“, sagt Ian Thomas vom australischen Center for Asia Pacific Aviation (Capa). Das gilt auch für Indien: Billigflieger Air Deccan kündigte auf der Flugmesse Asian Aerospace in Singapur an, zwei neue Airbus A 320 kaufen zu wollen.

Bei allem Optimismus: Experten sind sich einig, dass sich der Markt in Asien anders entwickeln wird als in den USA oder Europa: „Die Deregulierung der Märkte steht in Asien noch am Anfang“, sagt Boeing-Manager Baseler. Der internationale Durchbruch der Billig-Airlines in der Region steht noch bevor – die meisten konzentrieren sich auf den heimischen Flugverkehr. Der Druck der Anbieter werde aber dazu führen, dass sich der Flugmarkt schneller liberalisieren werde als bisher angenommen, glaubt Baseler.

Die Voraussetzungen für den Billig-Markt stehen in Asien gut: Vielerorts fehlt es an konkurrierenden Verkehrsmitteln wie der Eisenbahn. „Das ist ein wesentlicher Unterschied zu Europa: Die Infrastruktur ist in Asien noch sehr mangelhaft“, sagt Capa-Analyst Thomas. Es gibt 130 Millionenstädte, die wirtschaftlich engerer verbunden werden. Hinzu kommt: Vor allem in Südostasien steht der Ausbau des Massentourismus ganz oben auf der Agenda der Regierungen.

Bei allen Unterschieden zu Europa gibt es eine große Gemeinsamkeit: Starten alle Anbieter in diesem Jahr planmäßig, werden sie bald mit einem Problem konfrontiert, mit dem auch die Gesellschaften in Europa zu kämpfen haben: Überkapazitäten. „Fest steht, dass nicht alle überleben können“, sagt EADS-Chef Hertrich. Capa-Experte Thomas sieht vor allem für die von den nationalen Gesellschaften betriebenen Billig-Airlines langfristig die besseren Chancen: Die hätten ein stärkeres finanzielles Rückgrat.

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