Siemens verspricht Besserung
Eisenbahnbundesamt legt Diesel-ICE still

Das Eisenbahnbundesamt (EBA) hat die von Pannen geplagten Diesel-ICE der Baureihe 605 vorerst stillgelegt. Nach einem Achsbruch Anfang Dezember vergangenen Jahres durften die 20 Züge nur noch mit ausgeschalteter Neigetechnik zwischen Nürnberg und Chemnitz sowie zwischen München und Zürich fahren.

HB/dpa NÜRNBERG. „Die Dauerfestigkeit der Radsatzwellen ist auch im konventionellen Betrieb nicht mehr gewährleistet“, begründete EBA-Sprecher Mark Wille am Freitag die Anordnung unter Hinweis auf ein vom Eisenbahnbundesamt in Auftrag gegebenes Gutachten.

Für die Bahn kam die mit sofortiger Wirkung verfügte Stilllegung der vierteiligen Züge überraschend. Nach Angaben von DB-Technik- Sprecherin Christine Geißler-Schild musste die Bahn quasi über Nacht für beide Strecken lokbespannte IC-Züge heranschaffen und eine neue Personalplanung aufstellen. Die Bahn-Sprecherin sagte, die Industrie habe erst vor kurzem zugesagt, die Schwierigkeiten mit den Zügen bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2003 zu beheben. Eine Sprecherin von Siemens-Verkehrstechnik in Erlangen zeigte sich am Freitag zuversichtlich, dass die am Bau der Diesel-ICE beteiligten Firmen die Probleme in den Griff bekommen.

Schon die Inbetriebnahme der Neigetechnik-Züge war immer wieder verschoben worden. Unmittelbar nach dem Start im Juni 2001 blieben die Dieseltriebwagen auf den kurvenreichen Strecken zwischen Nürnberg und Dresden wiederholt wegen Softwareproblemen liegen. Erst nach gut einem Jahr hatte sich der Betrieb einigermaßen normalisiert.

Schließlich war am 7. Dezember 2002 ein Zug nach einem Achsbruch zwischen Plauen und Hof aus den Schienen gesprungen. Bereits damals hatte das Eisenbahnbundesamt die Baureihe 605 vorübergehend aus dem Verkehr gezogen.

Ob die Züge mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember wieder eingesetzt werden können, blieb am Freitag offen. EBA-Sprecher Wille sagte, es sei Sache der Hersteller und der Deutschen Bahn, die Verkehrssicherheit der Züge zu gewährleisten.

Hersteller Siemens versicherte unterdessen, dass die Hightech- Züge sich ab Dezember wieder mit Neigetechnik in die Kurven legen könnten. „Wir haben bereits die bisherigen Radsätze modifiziert, Achsformen verändert und anderes Material eingesetzt“, sagte Siemens- Sprecher Edelmann. Allerdings müssen die neuen Bauteile noch vom Eisenbahnbundesamt abgenommen werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%