Simba Dickie, Playmobil, Lego Oster-Bescherung für die Spielwarenbranche

Zu Ostern verschenken viele Eltern nicht nur Süßkram – Spielzeug liegt fast immer im Nest. Je später die Feiertage liegen und dazu noch das Wetter gut ist, desto besser das Geschäft für die Spielwarenbranche.
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Schon lange bringe der Osterhase Kindern nicht mehr nur Schokolade und andere Süßigkeiten. Quelle: dpa
Osternest

Schon lange bringe der Osterhase Kindern nicht mehr nur Schokolade und andere Süßigkeiten.

(Foto: dpa)

NürnbergNach einem eher durchwachsenen Start ins Jahr setzt die Spielwarenbranche nun auf gutes Wetter und die Osterzeit. Für viele Hersteller ist diese nach Weihnachten die zweitstärkste Verkaufsperiode im Jahr. „Spielwaren sind ein Thema an Ostern“, betont Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie (DVSI) mit Sitz in Nürnberg.

Schon lange bringe der Osterhase Kindern nicht mehr nur Schokolade und andere Süßigkeiten. Nach Angaben des Verbandes machen die Verkäufe in diesem Zeitraum seit Jahren mit ungefähr 150 Millionen Euro etwa 5 Prozent des Jahresumsatzes aus. Zum Vergleich: Im Weihnachtsgeschäft werden – je nach Hersteller – 30 bis 40 Prozent der Erlöse erwirtschaftet.

Am wichtigsten sind die zwei Wochen vor den Osterfeiertagen. Entscheidend für das Kaufverhalten ist das Wetter: „Je später Ostern liegt und je besser dementsprechend meist das Wetter ist, umso stärker ist die Nachfrage nach Outdoor-Spielwaren“, sagte Brobeil.

Davon profitiert in diesem Jahr unter anderen Simba Dickie. Durch das zuletzt schöne Wetter liefen besonders Schaukeln, Rutschen und Sandkästen gut, berichtet Vertriebschef Uwe Weiler. „Die Leute wollen raus, das ist gerade ein absoluter Boom.“ Oft würden diese größeren Anschaffungen als Ostergeschenk gemacht. Für das Unternehmen aus Fürth bei Nürnberg macht das Geschäft um diese Zeit sogar mehr als zehn Prozent des Jahresumsatzes aus. Auch kleinere Ostergeschenke seien gefragt, sagte Weiler - etwa spezielle Artikel in Eierform.

Die größten Spielwarenhersteller der Welt
Platz 10: Zapf Creation AG
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Die deutsche Zapf Creation AG aus dem oberfränkischen Rödental ist nach eigenen Angaben Europas größter Puppenhersteller und vertreibt Marken wie die „Baby Born“. 2014 machte das Unternehmen einen Umsatz von 58,9 Millionen Euro.

Quelle: Unternehmensangaben

Platz 9: Bruder
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Auch Bruder hat sich spezialisiert: Das Fürther Familienunternehmen bietet Spielfahrzeuge im einzigartigen Maßstab 1:16 an. Das Unternehmen ist auch international tätig und unterhält für den nordamerikanischen Markt ein Lager in den USA. 2014 wurde ein Umsatz von 75 Millionen Euro erwirtschaftet.

Platz 8: Steiff
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Der 1877 von Margarete Steiff gegründete Plüschtierhersteller erlebte 2014 eine herbe Niederlage: Der Europäische Gerichtshof entschied, dass der Hersteller keinen Schutz des europaweit bekannten Markenzeichens „Knopf im Ohr“ mehr beanspruchen kann. Einem Knopf im Ohr fehle es schlicht an Unterscheidungskraft. Umsatzwerte von Steiff liegen nur für 2013 vor, in diesem Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 93,27 Millionen Euro.

Platz 7: Schleich
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Das international tätige Unternehmen Schleich aus Schwäbisch Gmünd produziert handbemalte, möglichst originaltreue Hartgummifiguren. 2014 wurde Schleich, das 1986 in Konkurs gegangen war, durch den französischen Investor Ardian für 220 Millionen Euro gekauft. 2013 betrug der Umsatz 106 Millionen Euro.

Platz 6: Ravensburger
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Die international tätige Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in, nun ja, Ravensburg, ist auch heute noch weltweit vor allem durch die Herstellung von Gesellschaftsspielen und Puzzles bekannt. Der Umsatz 2014 betrug 373,2 Millionen Euro.

Platz 5: Playmobil
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Der Systemspielzeughersteller der zur Geobra Brandstätter Stiftung mit Sitz im fränkischen Zirndorf gehört, produziert seit 1974 seine nach dem Kindchen-Schema konstruierten Figuren. Mit seinen ursprünglich „Klickies“ genannten Figuren erwirtschaftete Playmobil 2014 einen Umsatz von 535 Millionen Euro.

Platz 4: Simba-Dickie-Group
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Die Simba-Dickie-Group tätigte 2013 einen prominenten Zukauf: Der Spielwarenhersteller, der sich einst durch einen Zusammenschluss der Unternehmen Simba Toys und Dickie Toys gegründet hatte, kaufte den insolventen Modelleisenbahnhersteller Märklin. 2014 betrug der Umsatz der Unternehmensgruppe 602 Millionen Euro.

Auch bei Playmobil gibt es solche Geschenkeier passend zu Ostern. Für manche Eltern seien sie eine Alternative zu Naschereien, sagte ein Unternehmenssprecher. Dennoch habe das Osterfest für Playmobil keinen so großen Stellenwert wie die Weihnachtszeit. Auch Lego registriert zu Ostern keine besonderen Auswirkungen auf den Verkauf.

Von Anschaffungen für den Garten abgesehen, legen Eltern generell eher Spielwaren im mittleren oder niedrigen Preissegment ins Osternest, sagte Brobeil - etwa Gesellschaftsspiele, ferngesteuerte Autos oder Fluggeräte sowie Plüschtiere.

Hoffnungen setzt die Branche zudem auf den Sommer: Dann kämen die durchschlagenden Neuheiten auf den Markt - vor allem im Geschäft mit Lizenzen wie etwa „Star Wars“, „Transformers“ oder „Cars“. Spätestens dann sollten die Umsätze wieder kräftiger steigen, sagte der DVSI-Chef. Denn zum Jahresstart habe es zwar ein Plus gegeben, „aber etwas bescheidener als im vergangenen Jahr“, sagte Brobeil.

  • dpa
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