Singapur-Newark
Der längste Flug der Welt ist Geschichte

Singapore Airlines hat die Direktverbindung von Singapur nach Newark bei New York eingestellt. Ultra-Langstreckenflüge werden für die Airlines immer unwirtschaftlicher. Geschäftsreisende müssen mehr Zeit mitbringen.
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Düsseldorf19 Stunden Flugzeit, 16.700 Kilometer Strecke und nicht einmal umsteigen: Das war einmal. Mit der Landung auf dem Flughafen des Stadtstaats Singapur am Montagmorgen (Ortszeit) ist die längste Passagierflug-Verbindung der Welt Geschichte. Singapore Airlines hat die Nonstop-Verbindung mit dem Airbus A340-500 von Newark eingestellt.

Nun gilt der Direktflug von Sydney nach Dallas als längster Passagierflug der Welt. Die australische Fluggesellschaft fliegt die 13.800 Kilometer mit einer Boeing 747-400.

Erst Ende Oktober hatte Singapore Airlines auch die Strecke Singapur-Los Angeles aus dem Direktflug-Angebot gestrichen. Warum die extra langen Langstreckenflüge immer weniger werden, ist für Gerald Wissel von der Luftfahrtberatung Airborne ganz klar: „Ultra-Langstreckenflüge sind schlicht nicht mehr wirtschaftlich.“

Das liegt vor allem am stark gestiegenen Ölpreis. Als Singapore Airlines die Verbindungen im Mai und Juni 2004 auf den Flugplan nahm, kostete das Barrel Öl (Brent) weniger als 30 Dollar. Heute sind es fast 110 Dollar. Die Treibstoff-Kosten machen laut Experten bei den asiatischen Airlines rund 40 Prozent aus – die Erlöse müssten auf den Ultra-Langstrecken also ordentlich gesteigert werden, um die Mehrkosten durch den höheren Ölpreis zumindest auszugleichen.

Dazu wären mehr Passagiere erforderlich. Doch seit fünf Jahren fliegt Singapore die Strecke Singapur-Newark nur noch mit einer 100-sitzigen reinen Business-Klasse. Nach dem Beginn der Finanzkrise flog die Schlüsselzielgruppe der Finanzmanager einfach immer weniger. Gestartet war das Angebot 2004 mit 181 Economy-Plätzen. „Das Flugzeug verbrennt eine Menge Benzin, transportiert aber wenige Passagiere“, sagte Siyi Lim, Wirtschaftsexperte aus Singapur, der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. „Es ergab keinen Sinn, damit weiterzumachen.“

Bei Ultra-Langstreckenflügen kommt erschwerend hinzu, dass die anbietende Airline sich zwar einen Zwischenstopp mit Landung und Start beim Treibstoff spart, aber für den Nonstop-Flug wesentlich mehr tanken muss, als für zwei Flüge. Das erhöht das Startgewicht und das Gewicht in der ersten Flughälfte, da der Treibstoff bereits an Bord ist. Letztlich verbrauchen die Ultra-Langstreckenflüge mehr. Die ganzen Zahlen verdeutlichen dies. „Bei 18.000 Kilometern wären dies 270.000 bis 300.000 Liter bzw. 200 bis 220 Tonnen Treibstoff für eine Strecke“, sagt Luftfahrt-Experte Wissel.

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„Treibstofftanker in der Luft“

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