Sixt
Maximale Aufmerksamkeit ist das Ziel

Flotte Sprüche und aggressive Werbung: Sixt hat sich in das Bewusstsein der Deutschen eingebrannt wie wenige andere Mittelständler. Am Donnerstag wird der Autovermieter seine Quartalszahlen vorlegen. Glaubt man Analysten, hat Sixt den Umsatz gesteigert – trotz sich abzeichnenden Wirtschaftsflaute.

fas/jojo PULLACH. Mit einem Bekanntheitsgrad von über 90 Prozent rangiert Der Autovermieter Sixt aus dem Münchener Vorort Pullach was die öffentliche Aufmerksamkeit angeht in einer Liga mit großen Namen wie Adidas, BMW oder Coca-Cola.

Die Sixt-Kampagnen stammen seit Jahren von der Hamburger Kreativ-Agentur Jung von Matt. Maximale Aufmerksamkeit ist das Ziel, Witz, Überraschung und Provokation die Mittel. Mal müssen Politiker herhalten, zuletzt der gescheiterte Schnulzenkönig Matthias Reim: „Verdammt ich hab nix, ich miet bei Sixt“ – so parodiert sich der Sänger selbst in einem Video-Clip.

Das Konzept scheint aufzugehen. 1968 hat Erich Sixt von seinem Vater eine kleine Vermietfirma übernommen, 200 Pkw hatten die Bayern damals in der Garage. Heute führt der 64-Jährige von seiner Zentrale im Süden von München aus Deutschlands größten Autovermieter. Längst expandiert Sixt auch im Rest der Welt und tritt an gegen internationale Konkurrenz wie Europcar, Avis oder Hertz.

Sixt selbst gibt sich stets hemdsärmelig, pflegt eine klare Sprache. Etwa wenn er über sein Studium spricht, das er nach vier Semestern abgebrochen hat: „Die ganze Betriebswirtschaft basiert doch auf einem einzigen Axiom: dass der Mensch rational handelt. Aber er tut es nicht. Und deshalb können Sie das alles vergessen.“

Am Donnerstag wird die seit 1986 an der Börse notierte Firma, die mehrheitlich noch immer Sixt gehört, wieder ihre Quartalszahlen vorlegen. Wenn man den Analysten glaubt, werden die Ergebnisse trotz der sich abzeichnenden Wirtschaftsflaute gut ausfallen. Die Experten von Unicredit rechnen mit einem Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr von acht Prozent auf 414 Mill. Euro, der Vorsteuergewinn soll um knapp sieben Prozent auf 37 Mill. Euro steigen.

Sixt lebt inzwischen längst nicht mehr allein vom Vermietgeschäft. Zweites wichtiges Standbein ist das Leasing, das künftig nicht nur Firmen, sondern auch Privatleuten vermehrt angeboten werden soll. Dabei stellt der Konzern seinen Kunden nicht einfach die Fahrzeuge vor die Tür, sondern organisiert sämtliche Dienstleistungen rund ums Auto, vom Reifenwechsel bis zu den Reparaturen. Das Risiko für Sixt ist dabei begrenzt, denn die allermeisten Autos gibt das Unternehmen nach Ende der Vertragslaufzeit wieder an Hersteller oder Händler zurück.

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