Skandal um Möbelkonzern Steinhoff kann immer noch keine Bilanz vorlegen

Der mutmaßliche Bilanzskandal um den Möbelkonzern Steinhoff dauert an. Eine Untersuchung von PwC soll die Vorwürfe klären. Unterdessen kann Steinhoff weiterhin keine Bilanz des zurückliegenden Geschäftsjahrs vorlegen.
Update: 30.01.2018 - 16:47 Uhr Kommentieren
Im Zuge des mutmaßlichen Bilanzskandals brachen die Aktien des Konzerns massiv ein. Quelle: dpa
Steinhoff Möbel

Im Zuge des mutmaßlichen Bilanzskandals brachen die Aktien des Konzerns massiv ein.

(Foto: dpa)

StellenboschDer südafrikanisch-deutsche Möbelkonzern Steinhoff kann auch vier Monate nach Ende des Geschäftsjahres keine Bilanz vorlegen. Die Untersuchungen der Wirtschaftsprüfer von PwC zu „Bilanzunregelmäßigkeiten“ dauerten an, erklärte das Unternehmen am Dienstag in Stellenbosch bei Kapstadt. Darüber habe Steinhoff auch die zuständige niederländische Finanzaufsicht informiert. Die in Frankfurt und Johannesburg börsennotierte Holding Steinhoff International hat ihren juristischen Sitz in Amsterdam. Die Aktien würden trotz der fehlenden Geschäftszahlen weiterhin gehandelt. Vergangene Woche hatte Steinhoff einen Bericht zum operativen Geschäft der mehr als 40 Töchter („Trading Update“) für Ende Februar in Aussicht gestellt.

Ein Sprecher der Deutschen Börse wollte sich offiziell nicht äußern. Er verwies auf die Börsenordnung: in dieser steht, dass in dem Fall, dass ein Unternehmen seinen Berichtspflichten nicht nachkommt der Sanktionsausschuss der Börse zusammentritt und über den Fall berät. Nach einer Nachfrist von drei Monaten im Anschluss an den Zeitpunkt des Regelverstoßes könnte dieser Ausschuss ein Strafgeld in Höhe von maximal einer Million Euro gegen die betroffene Firma verhängen. Diese Summe ist zum 1. Januar gestiegen: zuvor hatte die maximale Strafe 250.000 Euro betragen. Da das Geschäftsjahr von Steinhoff am 30. September endet, müsste das Unternehmen bis einschließlich Mittwoch, den 31. Januar, um 24 Uhr, seine Bilanz veröffentlichen.

Der mutmaßliche Bilanzskandal hatte die Steinhoff-Aktien um bis zu 90 Prozent einbrechen lassen. Das machte auch die Banken nervös, die den aggressiven Expansionskurs der vergangenen Jahre finanziert hatten und einen Teil ihrer Kredite an Steinhoff bereits abgeschrieben haben. Vorstands- und Aufsichtsratschef traten zurück, die neue Führung versucht das Geschäft derzeit zu stabilisieren. Die Refinanzierung dürfte sich aber noch Monate hinziehen.

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