Skandinavien-Geschäft mit Schwierigkeiten
TUI will nicht bei Sterling einsteigen

Europas größter Touristikkonzern TUI hat seine Pläne zur Übernahme oder einem Einstieg bei der dänischen Billigfluglinie Sterling verworfen. „Wir haben zur Zeit kein Interesse an Sterling“, sagte eine Sprecherin am Mittwoch.

HB HANNOVER. Nach Angaben aus Branchenkreisen hatte TUI in den vergangenen Monaten einen Kauf von Sterling erwogen, nach einer konkreten Prüfung aber wieder verworfen. Dies wollte die Sprecherin am Mittwoch jedoch nicht kommentieren. Sie wies darauf hin, dass TUI an der bereits vereinbarten intensiven Zusammenarbeit mit Sterling festhalte. Der dänische TUI-Veranstalter Star Tour werde ab Sommer 2004 vorrangig mit der dänischen Airline fliegen. Sterling mit rund einer Million Passagiere ist nach eigenen Angaben die führende skandinavische Billigfluglinie und gehört zu gleichen Teilen den norwegischen börsennotierten Gesellschaften Ganger Rolf und Bonheur. Bislang hatte Star Tour als Marktführer im dänischen Pauschalurlaubsgeschäft seine rund 130 000 Urlauber vorrangig mit der Fluggesellschaft Maersk transportiert. Sterling verfügt zur Zeit über acht Maschinen, will aber für den Sommer seine Kapazitäten aufstocken.

Hintergrund der Übernahme-Pläne waren die massiven Probleme von TUI in Skandinavien, wo der Konzern sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis erhebliche Einbußen verzeichnet. Insbesondere die mit dem Kauf des britischen Reisekonzerns Thomson übernommene Fluggesellschaft Britannia, die auch in Skandinavien fliegt, gilt als nicht rentabel. TUI hatte kürzlich erklärt, es gebe in Skandinavien erheblichen Handlungsbedarf. Zu den derzeit laufenden Überlegungen, das Skandinavien-Geschäft zu sanieren, wollte sich TUI am Mittwoch nicht näher äußern. Der Reisekonzern hatte im vorigen Jahr mit der Gründung der Fluggesellschaft Hapag-Lloyd Express (HLX) den ersten Schritt ins Billigfluggeschäft gemacht. In Großbritannien soll Britannia künftig auch Billigflüge anbieten. Ähnliche Schritte sind jetzt auch für den Britannia-Ableger in Skandinavien denkbar. In Deutschland gibt es Überlegungen, die größere und zugleich teurere Fluggesellschaft Hapag-Lloyd Flug mit HLX zu verschmelzen oder ihre Kostenstrukturen denen der Billigtochter zumindest anzupassen. Die TUI-Aktie gab im Markttrend leicht um 0,13 Prozent auf 15,76 Euro nach.

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