Skandinavische Fluggesellschaft
SAS schmiedet neue baltische Airline

Der Chef der skandinavischen Fluggesellschaft SAS, Mats Jansson, plant eine neue stärkere Airline für die baltischen Länder. Dazu will er die SAS-Minderheitsbeteiligungen an der estnischen Gesellschaft Estonian und dem lettischen Unternehmen Air Baltic aufstocken. Gespräche mit den Regierungen Estlands und Lettlands seien eingeleitet worden, sagte Jansson weiter.

STOCKHOLM. SAS wolle Hauptaktionär bei beiden baltischen Gesellschaften werden und Estonian sowie Air Baltic „mittelfristig fusionieren“. Die SAS hält an Air Baltic 47,2 Prozent, an Estonian 49 Prozent. Der Rest befindet sich fast ausschließlich in lettischem und estnischem Staatsbesitz.

Zudem rechnet Jansson damit, seinen 20-prozentigen Anteil an der Fluggesellschaft British Midland (BMI) „im ersten Halbjahr 2008“ verkaufen zu können. In einem Gespräch mit dem Handelsblatt wies er darauf hin, dass dieser Verkauf „im Einvernehmen“ mit den beiden anderen BMI-Aktionären, der Lufthansa (30 Prozent minus eine Aktie) sowie BMI-Gründer Michael Bishop (50 Prozent plus eine Aktie), geschehen muss.

Im Herbst will Jansson den Verkauf seiner Anteile mit den beiden anderen diskutieren. Die Lufthansa hat bereits Interesse an einer Aufstockung ihrer Beteiligung an BMI signalisiert. Eile bestünde nicht, da ein Aktionärsabkommen den Verkauf vor dem 1.1.2008 untersagt, meint der SAS-Chef.

Das BMI-Paket gilt wegen der Start- und Landerechte auf Europas größtem Flughafen Heathrow als besonders interessant. BMI besitzt mit zwölf Prozent nach der British Airways die meisten Slots auf Heathrow. Wenn das Open-Skies-Abkommen, das den Flugverkehr zwischen Nordamerika und Europa liberalisiert, im März kommenden Jahres in Kraft tritt, profitieren davon vor allem Fluggesellschaften mit vielen Slots auf Verkehrsknotenpunkten wie Heathrow.

Während Jansson keinen Preis für den 20-prozentigen Anteil seiner Gesellschaft an BMI nennen will, schätzen Analysten den Wert der Anteile auf umgerechnet 375 Mill. Euro. Allerdings könnte der Preis dramatisch sinken, wenn auch Michael Bishop seine Anteile verkauft und die Lufthansa dieses Paket übernimmt. Sie hielte damit auch ohne den SAS-Anteil eine Mehrheit.

Jansson bezeichnete das Verhältnis zum Star-Alliance-Partner Lufthansa als „außerordentlich gut“. Berichte, die Lufthansa sei wegen der wachsenden Konkurrenz mit SAS auf den Strecken zwischen Nordeuropa und Deutschland auf Distanz zum Partner gegangen, wies er zurück: „Es gibt keinerlei Reibungspunkte zwischen uns.“

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