Ski-Orte
Wettstreit der Winterparadiese

Zur Ski-Saison buhlen die Urlaubsorte um Gäste. Eine Studie zeigt: Lech am Arlberg ist in den deutschsprachigen Alpen mit Abstand das beliebteste Reiseziel. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Einige Orte haben eine Marketing-Allianz geschmiedet.
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DÜSSELDORF. Bei Wintersportlern sind die beiden deutschen Top-Adressen Garmisch-Partenkirchen und Oberstdorf nicht die erste Wahl. Zwar sind beide Orte bestens bekannt, doch nur etwa jeder zweite Feriengast äußerte die Absicht wieder zu kommen oder das von ihm gewählte Urlaubsziel weiterzuempfehlen.

Damit liegen beide Orte hinsichtlich ihrer Attraktivität nur im Mittelfeld, hinter Zielen in der Schweiz und den Dolomiten. Das ergibt eine aktuelle Studie, die die 40 bekanntesten Wintersportziele im deutschsprachigen Raum betrachtet hat. Befragt wurden im letzten Winter - meist unmittelbar an Hängen und Pisten - rund 18 000 Urlauber.

Auf die Frage, ob sie ihren Ferienort weiterempfehlen würden, antworteten in Lech am Arlberg 83 Prozent der Befragten mit "Ja, sicher". In Garmisch waren es 55 Prozent, in Oberstdorf nur 48 Prozent.

Die Weiterempfehlungs- und Wiederkehrbereitschaft sind Indizien für die Anziehungskraft von Urlaubsorten. In ihrer Tourismus-Studie haben die auf Marken spezialisierten Berater des Nürnberger Unternehmens Brand Trust zusammen mit ihren auf alpine Themen fokussierten Liechtensteiner Kollegen des Mountain Management Consulting die Wintersportziele auf ihre Qualitäten untersucht.

Klaus Peter Koch von Brand Trust verweist auf den steigenden Wettbewerb unter den winterlichen Destinationen - und das Problem, dass sie im Prinzip allen Urlaubern dieselben Qualitäten bieten wollen: Reichlich Sonne, genügend Schnee, eine gute Infrastruktur für Ski und Après-Ski. "Das reicht heute nicht mehr", meint Koch. "Die Tourismusbeauftragten müssen aus den Urlaubszielen Marken machen und diese mit so viel Anziehungskraft aufladen, dass Wintersportler davon angezogen werden." Es komme nicht auf Bekanntheit und Berühmtheit des jeweiligen Ortes an, sondern auf seine Begehrlichkeit.

Orte schmieden Marketing-Allianz

Als "Star"-Marken macht die Untersuchung neben Lech die Schweizer Orte Arosa, Grindelwald, Zermatt, Davos und St. Moritz sowie weiterhin Cortina d'Ampezzo in den Dolomiten aus. Zudem klassifiziert die Studie die Orte als "In-Marken", denen sie Attraktivität und Zukunftsfähigkeit bescheinigt. Eine weitere Kategorie umfasst "Newcomer-Marken" - das sind Orte, die sich in der letzten Zeit gemausert haben.

Und denen, die zwar - wie die beiden deutschen Alpenziele Garmisch-Partenkirchen und Oberstdorf - bekannt, aber nicht so recht beliebt zu sein scheinen, attestiert die Studie freundlich, sie seien "Potenzialmarken". Aus ihnen könne durchaus etwas werden, wenn sie ihre Möglichkeiten stärker nutzen.

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