Smith & Wesson
Geld verdienen, bis es knallt

Aus Angst vor schärferen Gesetzen rennen die Amerikaner in die Waffenläden. Hersteller können sich vor Bestellungen kaum retten, wie die Rekord-Zahlen von Smith & Wesson zeigen. Doch im Boom lauern auch Gefahren.
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New YorkFilmfreunde wissen schon lange, wie man sich am besten gegen Schurken durchsetzt. Von „Dirty Harry“ alias Clint Eastwood persönlich. „Werft die Kanonen hin, wir werden euch sonst hier nicht rausspazieren lassen“, ruft der Film-Cop, als er ganz alleine einer Bande von Räubern gegenübertritt. „Wer ist wir?“, fragt der Gangster siegesgewiss. „Smith, Wesson und ich“, antwortet Harry, zieht eine 44er Magnum aus dem Gürtel und drückt ab.

Die Filmreihe hat den Revolver „Model 29“ von Smith & Wesson in den 70er Jahren berühmt gemacht. In der Folge kam der US-Waffenhersteller mit den Bestellungen gar nicht mehr hinterher. Die „stärkste Handfeuerwaffe der Welt“ (Eastwood in „Dirty Harry I“) war zur Ikone geworden. Inzwischen liegt sie im Museum der US-Waffenlobby National Rifle Organisation (NRA).

Heutzutage braucht Smith & Wesson solche Werbung nicht mehr – die Amerikaner laufen der Firma auch so die Bude ein. Waffenhersteller wie jener aus Springfield, Massachusetts, oder die US-Konkurrenten Freedom Group und Sturm, Ruger & Company erleben geradezu fantastische Zeiten, nachdem die Politik versucht, im Angesicht der jüngsten Amokläufe die Waffengesetze zu verschärfen.

Und so legte Smith & Wesson, Hersteller vor allem von Dienstwaffen für Polizei und Militär, aber auch von Pistolen und Gewehren für den Privatgebrauch, am Dienstag erneut starke Ergebnisse vor. Man habe den Ansturm der Kunden kaum bewältigen können, hieß es in einer Mitteilung nach Börsenschluss. „Eine deutliche Erhöhung der Kapazität in der Herstellung, verbunden mit einer robusten Nachfrage nach Feuerwaffen, hat zu höheren Umsätzen geführt“, sagte Firmenchef James Debney.   

In Zahlen sieht das so aus: Im vergangenen Jahr verfünffachte sich der Nettogewinn laut Mitteilung auf rund 78 Millionen Dollar, der Umsatz legte um fast die Hälfte auf 588 Millionen zu. Beides seien Rekordwerte. Im vergangenen Quartal, das am 30. April endete, ging es dann so weiter:  Der Nettogewinn verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 25 Millionen Dollar, der Umsatz stieg um mehr als ein Drittel auf 178 Millionen. Die Prognosen für das laufende Quartal und das Gesamtjahr liegen über den Schätzungen von Analysten.

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  • Ist schon alles richtig. "Profis" sind dann allerdings SEK oder MEK oder KSK- Leute, also die, die solche Situationen auch realistisch trainieren. Der Sportschütze ist wohl mit der Handhabung einer Waffe vertraut, aber in einer einmaligen Extremsituation ist es wohl vom "Typ" oder Naturell des Betroffenen abhängig, ob er wild rumfuchtelt oder besonnen auch unter Streß handeln kann. Einige sind sowas ja im Beruf gewohnt. Ich denke z.B. an den Chirurgen, der auch bei einer unerwarteten Entwicklung im OP die Ruhe bewahren kann. Ich glaube, von uns Zivilisten kann keiner genau vorhersehen, wie er in einer extremen Situation auf eine Bedrohung reagieren würde, wenn er eine Waffe hätte....

  • Ich schlage vor, den Amerikanern nicht vorsagen zu wollen, welches Waffenrecht angemessen ist. Das müssen sie schon selbst entscheiden. Angesichts der vorhandenen Waffen würden Beschränkungen erst in ca. 30 Jahren ihre Wirkung entfalten. Bei der hohen Waffendichte in Privathand sehe ich auch die Gefahr, dass die Waffe nicht richtig beherrscht wird, wenn ein Einbrecher etc. abgewehrt werden soll. Ein Sportschütze, der IPSC schießt, wäre technisch zwar geeignet, darf aber in D keine Konfrontationssituationen trainieren. Im sicheren Deutschland macht es aber auch keinen Sinn mit Waffe Haus und Hof zu verteidigen.

    Ein bewaffneter Lehrer hätte sehr wohl etwas ausrichten können, es wurden z. B. von zwei Studenten ein Amoklauf dadurch beendet, dass sie ihre Kurzwaffen aus dem Kofferaum holten und den Täter, der bereits getötet hatte, mit ihren Waffen zur Aufgabe bewogen. Ich hätte keine Probleme mit meiner CZ SP 01, an meiner Schule einem Bedroher in den Fuß zu schießen oder in die rechte Schulter. (= hypothetischer Fall, da ich keinen Waffenschein, sondern nur eine WBK habe). PS: Die dt. illegalen Waffenbesitzer gehen offensichtlich verantwortungsvoll mit ihren Waffen um (ausgenommen Berufsverbrecher), denn es werden relativ wenige Vorfälle bekannt, im Gegensatz zu den Behauptungen mancher Aktivisten. S&W empfehle ich, mehr Waffen nach D zu exportieren.

  • Einfach jeden Zivilisten, auch Teenager dazu anhalten, ständig eine Feuerwaffe zu tragen.
    Dann löst sich auch das globale Bevölkerungsproblem bald von alleine ohne dass es irgendwann mal zu einem globalen Konflikt mit Massenvernichtungswaffen kommen muss.

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