Snapchat
Alibaba steigt bei beliebter Foto-App ein

Der Nachrichtendienst Snapchat erlaubt es, Bilddateien zu verschicken, die sich nach kurzer Zeit von selbst wieder löschen. Nun steigt der chinesische Online-Riese Alibaba bei dem Start-up ein – warum, ist unklar.
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New YorkAlibaba beteiligt sich einem Medienbericht zufolge mit 200 Millionen Dollar an dem US-Start-Up Snapchat. Diese Investition bewerte den vor vier Jahren gegründeten Foto-Messenger-Dienst mit 15 Milliarden Dollar, berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Damit gehört die Firma aus Los Angeles zu den wertvollsten Start-Ups in Privatbesitz und rückt größeren Konkurrenten wie Facebook und Twitter stärker auf den Leib.

Die Besonderheit an Snapchat ist, dass die verschickten Fotos nur für kurze Zeit auf den Geräten des Empfängers sichtbar sind, bevor sie wieder verschwinden. Im Januar hatte das Start-Up begonnen, auch Videos und Nachrichten größerer Medienanbieter wie CNN anzubieten.

Zudem ist es Nutzern möglich, sich gegenseitig Geld zu schicken. Dabei kooperiert Snapchat mit dem Onlinebezahl-Anbieter Square. Ende 2013 wurde Snapchat noch mit rund drei Milliarden Dollar bewertet. Zu diesem Preis wollte damals Facebook das Unternehmen übernehmen.

Zunächst war unklar, welchen direkten Zugewinn sich Alibaba von der Beteiligung an Snapchat verspricht. Der US-Dienst, der nach eigenen Angaben mehr als 100 Millionen überwiegend junge Nutzer hat, ist in China blockiert. Zuletzt hatte Alibaba, die seit 2014 nach einem gigantischen Marktdebüt an der Wall Street notiert sind, die Entwicklung von mobilen Angeboten für Smartphones und Tablets zur Priorität erklärt.

Der Versuch, selbst eine erfolgreiche Messenger-App auf den Markt zu bringen, war hingegen nicht von Erfolg gekrönt. Der WeChat-Dienst von Dauerrivale Tencent Holdings ist in Asien weiterhin Marktführer. Tencent ist Medienberichten zufolge ebenfalls an Snapchat beteiligt.

Alibaba konkurriert weltweit mit Amazon und eBay um die Gunst der Online-Nutzer. Ähnlich wie Amazon investiert der chinesische Großkonzern in viele Bereiche, um den neuesten Trend nicht zu verschlafen. Dazu gehört nun auch die Entwicklung von Autos, die stark mit dem Internet kommunizieren.

Alibaba investiert nach Angaben vom Donnerstag zusammen mit dem chinesischen Autobauer und Volkswagen -Partner SAIC Motor umgerechnet 160 Millionen Dollar in einen entsprechenden Fonds.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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