SNCF und Air France „Schwarzer Dienstag“ – Streiks legen Verkehr in Frankreich lahm

Ein Streik der Eisenbahner sorgt in Frankreich für Chaos im Zugverkehr. Auch Passagiere von Air France müssen mit Ausfällen rechnen.
Update: 03.04.2018 - 14:43 Uhr 3 Kommentare

Mehr Geld und Jobsicherheit – Streik legt Frankreichs Nahverkehr lahm

Mehr Geld und Jobsicherheit – Streik legt Frankreichs Nahverkehr lahm

ParisIn Frankreich sorgt ein Eisenbahner-Streik gegen die geplante Bahnreform für erhebliche Beeinträchtigungen des Zugverkehrs. Zum Auftakt der Streikwelle gegen eine Bahnreform in Frankreich hat ein Drittel der Beschäftigten des staatlichen Zugbetreibers SNCF die Arbeit niedergelegt. Wie das Unternehmen mitteilte, blieben am Dienstagvormittag 33,9 Prozent der Mitarbeiter dem Dienst fern.

Allerdings lag die Quote in wichtigen Bereichen, die für die Abwicklung des Zugverkehrs nötig sind, deutlich höher: So hatten sich 77 Prozent der Lokführer zum Streik gemeldet. Deshalb sollten nach den Ankündigungen der SNCF am Dienstag nur 12 Prozent der TGV-Fernzüge fahren. Der Konflikt gilt als wichtige Kraftprobe für Präsident Emmanuel Macron.

Insgesamt lag die Beteiligung an dem Streik leicht niedriger als bei einem vorherigen Protesttag am 22. März, als 35,4 Prozent der Mitarbeiter streikten. Beim notwendigen Personal für den Zugverkehr stieg die Streikquote dagegen von 36 auf 48 Prozent. Damals hatte nur ein Teil der Gewerkschaften zum Streik aufgerufen, diesmal ist die Aktion der Auftakt einer koordinierten Protestwelle: Die Gewerkschaften wollen immer im Wechsel zwei Tage streiken und drei Tage arbeiten, es sind 36 Streiktage bis Ende Juni angedroht.

Im Regionalverkehr sollte im Durchschnitt nur jeder fünfte Zug fahren, bei den TGV-Fernzügen sah es mit gerade 12 Prozent der geplanten Züge noch schlechter aus. Medien sprachen von einem „schwarzen Dienstag“ für Bahnkunden.

Die Gewerkschaften wehren sich gegen die Pläne der Regierung zur Reform des staatlichen Bahnunternehmens SNCF. Der zunächst zweitägige Ausstand der Eisenbahner ist der Auftakt zu einer Streikwelle, die Wochen oder sogar Monate dauern könnte. Die Gewerkschaften wollen immer im Wechsel zwei Tage streiken und drei Tage arbeiten – sie haben 36 Streiktage bis Ende Juni angedroht.

Die Regierung will das hoch verschuldete Staatsunternehmen auf die Öffnung des Bahnverkehrs für den Wettbewerb vorbereiten - der Bahnverkehr soll schrittweise für Konkurrenzanbieter geöffnet werden. Für besonders viel Kritik bei den Gewerkschaften sorgt, dass für Neueinstellungen der vorteilhafte Eisenbahner-Status wegfallen soll.

Die konservative Zeitung „Le Figaro“ kommentierte, Macron und die Regierung riskierten viel: Falls sie einknickten, könnten sie auch Reformplänen in anderen Bereichen Adieu sagen, so das Blatt. Die linksliberale „Libération“ kritisierte dagegen, mit ihrem forschen Auftreten bei der Bahnreform habe die Regierung die Gewerkschaften zusammengeschweißt.

Das sind die aktuellen Superzüge
China: Fuxing
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Der neue Hochgeschwindigkeitszug Fuxing soll ab September 2017 auf der Strecke Peking - Shanghai eingesetzt werden. Chinas Superzug ist 350 km/h schnell und darf diese Geschwindigkeit jetzt auch wieder fahren, nachdem es über Jahre hinweg ein „Tempolimit“ von 300 km/h auf Chinas Gleisen gab.

China: Fuxing
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Grund für die Geschwindigkeitsbegrenzung war ein schwerer Unfall im Jahr 2011: Beim Zusammenstoß zweier Schnellzüge starben damals Dutzende Menschen.

Deutschland: ICE
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Ende 2017 soll die vierte Generation des ICE in den Regelbetrieb aufgenommen werden, mit besseren Klimaanlagen, größeren Fenster und Stellplätzen für Fahrräder. Kostenloses WLAN in der 2. Klasse wird es bis dahin schon geben – das verspricht jedenfalls die Bahn.

Italien: Alstom Pendolino
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In Italien konkurrieren zwei Anbieter von Schnellzügen um die Kunden. Neben der Staatsbahn Trenitalia gibt es seit 2012 auch die privaten Italo-Züge. Italo bedient mit seinen schnellen und modernen Zügen des französischen Konzerns Alstom weniger Strecken als Trenitalia, setzt aber vor allem auf Komfort und Service. So gibt es in der ersten Klasse Essen am Platz, dazu kommen WLAN und die Möglichkeit eines eigenen Unterhaltungsprogramms. (Foto: pr)

Italien: Frecciarossa 1000
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Trenitalia hat vor kurzem seinen neuen Frecciarossa 1000 präsentiert, der bis zu 400 Stundenkilometer schnell fährt. Die Freccia-Züge setzen eher auf gute Verbindungen, hohe Geschwindigkeit und wenige Haltepunkte. In den Schnellzügen beider Anbieter gilt generell eine Reservierungspflicht. (Foto: dpa)

Spanien: AVE
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In Spanien hebt das staatliche Eisenbahnunternehmen Renfe vor allem die Pünktlichkeit der mit Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 310 Stundenkilometern fahrenden Schnellzüge hervor. Ab Herbst sollen die Waggons zunächst auf der Strecke zwischen Madrid und Barcelona mit WLAN ausgestattet werden. Der Hochgeschwindigkeitszug AVE hat im Juli 1,84 Millionen Reisende transportiert und damit einen neuen Rekord aufgestellt.

Spanien: AVE auf Jungfernfahrt (1992)
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Mit einem Streckennetz von knapp 3150 Kilometern ist das AVE-System im europäischen Highspeed-Sektor führend. In den kommenden Jahren soll das Netz für rund zwölf Milliarden um weitere 1850 Kilometer erweitert werden. Geplant sind außerdem 30 neue Züge im Wert von 2,65 Milliarden Euro.

„Das ist wirklich blockiert“, berichtete ein Reporter des Senders France Info am Dienstagmorgen vom Pariser Nordbahnhof. Das Gebäude sei ungewöhnlich ruhig, bei den Fernstrecken würden nur einige internationale Verbindungen angezeigt. Auch bei den für Pendler wichtigen Pariser Vorortzügen gab es Probleme: Dort sollte durchschnittlich nur jeder fünfte Zug fahren.

Auch die TGV-Verbindungen nach Deutschland sind betroffen, etwa zwischen Paris und Frankfurt oder Stuttgart. Hier sollten am Dienstag zwei Drittel der Züge ausfallen. Bei den Thalys-Zügen, die unter anderem zwischen Paris und Nordrhein-Westfalen unterwegs sind, gibt es dagegen nur geringe Einschränkungen.

Auch Fluggäste der Air France müssen sich in diesem Monat auf zahlreiche Streiks einstellen. Die Pilotengewerkschaften SNPL, Spaf und Alter kündigten am Sonntag an, die Arbeit am 10. und 11. April niederlegen zu wollen. Bereits bekannt war, dass das Cockpitpersonal in der neuen Woche am heutigen Dienstag und Samstag (7. April) in den Ausstand treten will.

Die Arbeitnehmervertreter und das Management streiten sich über die Bezahlung der Piloten. Das Unternehmen hat die Forderung nach einem sechsprozentigen Zuwachs zurückgewiesen, weil dies die Wachstumspläne der Gesellschaft gefährden würde. Air France wurde bereits im März von einer Streikwelle getroffen.

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  • dpa
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3 Kommentare zu "SNCF und Air France: „Schwarzer Dienstag“ – Streiks legen Verkehr in Frankreich lahm"

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  • SNCF UND AIR FRANCE
    „Schwarzer Dienstag“ – Streiks legen Verkehr in Frankreich lahm

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    Französische Armee ist noch nicht mit Knallerbsen vorgerückt und schreit daß man abhauen sollte weil es terrorakt sei ?

    immer wenn es an frankreich unbequem wurde , komischer weise waren genau zu diesem zeitpunkt dann die terroristen nicht unter beobachtung gewesen !!!

    FÜR WIE DUMM VERKAUFT IHR UNS EUROPÄER ???

  • SNCF UND AIR FRANCE
    „Schwarzer Dienstag“ – Streiks legen Verkehr in Frankreich lahm
    Ein Streik der Eisenbahner sorgt in Frankreich für Chaos im Zugverkehr. Auch Passagiere von Air France müssen mit Ausfällen rechnen.

    .......................

    ist doch nicht schlimm !!!

    MACRON HAT NEUE 100 TGV bestellt, mit dieser kann er dann den jetzigen Engpass wieder aufheben .

    :-)))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))

  • Deutsche Gewerkschaftler sollten mal " Nachhilfeunterricht " bei den Franzosen nehmen.
    Rentenalter 67 Jahre, die Franzosen lachen, - aber uns aus.

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