So fliegen Manager
Streik am Flughafen - na und?

John Travolta kommt im eigenen Jet überall hin - denkt er. Doch bei einem Streik am Flughafen könnte aber auch er in Schwierigkeiten kommen. Das Handelsblatt hat recherchiert, wie Sie ankommen, wenn nichts mehr geht.
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DüsseldorfVor kurzem streikte das Bodenpersonal, davor die Fluglotsen, dann der öffentliche Dienst: Den deutschen Airports blüht immer öfter ein böses Erwachen wegen Ausständen. Und den Passagieren entsprechend auch. Während Tausenden Urlaubern bei Streiks immer wieder Verspätungen und Flugausfälle drohen, bleibt man in einigen deutschen Unternehmen gelassen: Sie haben für ihre wichtigsten Mitarbeiter eigene Flugzeuge und Hubschrauber.

Eines der größten deutschen Unternehmen, das nicht namentlich genannt werden möchte, verfügt über eine Werksflotte von zwei Businessjets, mit denen Top-Führungskräfte zu wichtigen Terminen und entlegenen Standorten geflogen werden können. „Das ist alles eine Frage der Flexibilität“, erklärt ein Mitarbeiter, der für den Flugbetrieb im Konzern verantwortlich ist. „Weil nicht jedes Werk in der Nähe eines Großflughafens liegt, spart man mit einem Geschäftsflugzeug sehr viel Zeit.“ Und weil Zeit in der Unternehmenswelt auch Geld ist, ergibt eine Geschäftsreise im Firmenflieger auch ökonomisch Sinn.

Ausgebremst: Auch mit dem Firmenjet droht der Ausnahmezustand

Ganz so einfach wie es klingt, lässt sich aber der Lotsenstreik nicht umgehen. „Wie alle anderen Teilnehmer des kontrollierten Luftraums sind auch wir betroffen, wenn am Boden nur noch halb so viele Lotsen arbeiten.“ Einen Joker hat der Konzern aber im Ärmel: Wenn es hart auf hart kommt, kann man auf einen Firmenhubschrauber ausweichen, der unter Sichtflugbedingungen auch kleinere Flugplätze ansteuern darf. Bei diesen Flügen kommt man ohne Lotsen aus. Hans-Henning Romberg, Geschäftsführer der German Business Aviation Association (GBAA), jedenfalls rechnet mit einer erhöhten Nachfrage, falls der Streik anhält: „Schließlich spielen bei manch wichtigen Geschäftsterminen die Transportkosten eine geringere Rolle“. Die GBAA hat etwa 70 Mitglieder, die mehrere hundert Firmenflugzeuge und Business-Charterflugzeuge betreiben.

Ähnlich sind auch andere Konzerne ausgestattet: So fliegen Manager und sogar deren Geschäftspartner beim Heiztechnikspezialisten Viessmann überwiegend mit dem Firmenjet – einer 16 Meter langen Cessna. „Wir benötigen grundsätzlich unseren eigenen Flugverkehr, denn unser Standort hier im hessischen Allendorf lässt sich durchaus als entlegen bezeichnen“, erklärt Jürgen Hoffmann, der den Werksflugverkehr mit zwei eigenen Maschinen verantwortet. „Sind alle acht Plätze in einem Jet besetzt, rechnet es sich allemal, von hier aus in ein anderes entlegenes Gebiet zu reisen, denn so ist der Manager nicht nur schneller am Ziel, sondern kann auch schon im Flugzeug diskret und ungestört arbeiten.“

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  • Das ist VERDI, oder besser gesagt, alte ÖTV - Machtpropaganda. Der alter Kluncker läßt grüßen....

    Der Erpresser-Verein um den Populisten, Arbeiterverführer und 6-stellig-Verdiener Bsirske nimmt mal soeben 100.000 Passagiere (Leute wie Du und ich) als Geisel für die eigenen politischen und monetären Interessen.
    Wohlgemerkt, es geht schon lange nicht mehr um Grundrechte, Streikrecht, Mitbestimmung, es geht um gewerkschaftliche Machtinteressen und Bares.

    Das ganze unter schon strafrechtsrelevanter Nötigung und auf Kosten unschuldiger Flug-Kunden !!!

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