Software-Update
LKW-Maut vor neuer Bewährungsprobe

Mit Hilfe einer neuen Software-Version des LKW-Mautbetreibers Toll Collect kann der Bund vom kommenden Jahr an zeitabhängige Tarife erheben und private Autobahnbetreiber an den Einnahmen beteiligen.

HB MÜNCHEN. Die neue Software-Version könne ab dem 1. August aufgespielt werden, teilte Toll Collect am Dienstag in München mit. Bis Dezember sollten alle mit einem bordeigenen Erfassungsgerät ("On Board Unit"/OBU) ausgestatteten LKW über die neue Softwafe verfügen. Dann könnten auch neue oder geänderte Streckenabschnitte automatisch ins System integriert werden. Das würde die von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) ins Gespräch gebrachte Maut für viel befahrene Bundes- und Umgehungsstraßen erleichtern.

Die Speditionen können das Update nach Darstellung von Toll Collect im Rahmen eines routinemäßigen Werkstattbesuches ihrer LKW bei rund 1900 Service-Partnern im In- und Ausland und ohne Ausbau der Geräte überspielen lassen. Den Werklohn, zu dessen Höhe keine Angaben gemacht wurden, trägt das Konsortium.

Toll Collect zeigte sich nach rund 150 Tagen zufrieden mit dem Mautbetrieb. Mittlerweile seien 434 300 On Board Units in Betrieb und insgesamt 665 300 Fahrzeuge registriert. 82 Prozent ließen die Mautabbuchung über die On-Board-Units abbuchen, der Rest bezahle über Terminals und das Internet. Die Anzahl der Mautpreller habe sich unter drei Prozent eingependelt, sagte ein Sprecher.

Toll Collect hegt weiter Hoffnung, das deutsche Mautsystem ins Ausland zu verkaufen. Seit dem erfolgreichen Start der Maut zu Jahresbeginn verzeichne Toll Collect „sehr großes Interesse aus dem Ausland“ an dem System, sagte Johannes Springer, Leiter des Testbereichs bei Toll Collect. Konsortialpartner T-Systems biete derzeit für einen Auftrag in Großbritannien mit. Außerdem bestehe Interesse an einer Ausschreibung in Tschechien.

Am Betreiberkonsortium Toll Collect sind der Autokonzern DaimlerChrysler und die Deutsche Telekom mit je 45 Prozent und der französische Autobahnbetreiber Cofiroute mit zehn Prozent beteiligt. Die Einführung des lange umstrittenen Mautsystems war wegen technischer Pannen mehrfach verschoben worden, das System läuft seit 1. Januar 2005.

In den ersten drei Monaten nahm der Bund nach Angaben des Verkehrsministeriums 661 Millionen Euro ein und rechnet im Gesamtjahr mit 3,5 Milliarden Euro Maut-Einnahmen.

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