Sonderausgabe der Mitarbeiterzeitschrift
Urlaubskonzern Thomas Cook auf Sparkurs

Europas zweitgrößter Urlaubskonzern Thomas Cook verschärft angesichts der Tourismusflaute seinen Sparkurs. In den nächsten drei Jahren sollen allein in Deutschland bis zu 1200 Stellen gestrichen werden.

HB/dpa OBERURSEL. Das kündigte Vorstandsvorsitzender Stefan Pichler in einer Sonderausgabe der Mitarbeiterzeitschrift des Unternehmens in Oberursel an. Damit ist mehr als jede fünfte der heute 5 500 Stellen in Deutschland bedroht.

Bisher war von einem Abbau von 1 200 Stellen im gesamten Konzern ausgegangen worden. Weltweit arbeiten rund 26 000 Menschen bei Thomas Cook, zu dem auch die Marken Neckermann, Air Marin und Bucher gehören. Angaben, wie viele Stellen im gesamten Konzern wegfallen sollen, machte das Unternehmen auf Nachfrage nicht. Thomas Cook gehört jeweils zur Hälfte der Lufthansa und Karstadt-Quelle.

Vorstandschef Pichler betonte in der Mitarbeiterzeitschrift, um die Kostenführerschaft zu erlangen, müsse in allen Bereichen gespart werden. Zwar hätten sich die Perspektiven für die Touristikindustrie nach dem Ende des Irak-Krieges wieder aufgehellt. „Aber wir können unsere Zukunft nicht nur auf der Hoffnung aufbauen, dass das Geschäft wieder nachhaltig anzieht“, sagte Pichler. Die Kosten müssten so weit gesenkt werden, „dass wir selbst schwierige Zeiten ohne Verluste überstehen“.

Pichler erklärte weiter: „Die Ziele sind klar: Redimensionierung, Kapazitätsabbau und der Zwang zu Produktivitätssteigerung machen einen Abbau von bis zu 1 200 Stellen im Bereich der deutschen Tarifverträge im Laufe der nächsten drei Jahre notwendig.“ Der Stellenabbau bedeute aber nicht immer den Verlust von Arbeitsplätzen, da einzelne Bereiche auch ausgelagert und die Mitarbeiter dort weiter beschäftigt werden könnten. Zudem werde die natürliche Fluktuation genutzt. „Wo diese Wege zum Stellenabbau nicht ausreichen, werden mit den dafür zuständigen betrieblichen Gremien sozialverträgliche Lösungen erarbeitet.“

Konzernsprecher Rolf-Dieter Graß sagte am Mittwoch in Oberursel, ein Abbau von 1200 Stellen in Deutschland sei das schlimmste denkbare Szenarium. Dies müsse aber nicht unbedingt in diesem Umfang eintreffen.

Wegen der Flaute im Tourismus hatte Thomas Cook zuvor bereits angekündigt, seine gesamte Teilflotte mit 13 Maschinen des Typs Boeing 757-300 nicht mehr als Ferienflieger einsetzen zu wollen. Fünf der Maschinen sind bereits stillgelegt, drei sind verleast. Von einer weiteren Stilllegung wären rund 340 Arbeitsplätze betroffen. Allerdings wird auch noch nach Möglichkeiten gesucht, die Maschinen anderweitig einsetzen zu können.

In diesem Jahr hat Thomas Cook insgesamt bereits acht Flugzeuge aus dem Programm für den deutschen Markt herausgenommen, wie die Mitarbeiterzeitschrift weiter berichtet. Trotz der Sommerferien sind demnach vier Maschinen in der Wüste von Arizona abgestellt. Dabei handelt es sich um eine Boeing 757-300 und um drei Boeing 757-200.

Auch beim weltweit größtem Reisekonzern TUI in Hannover stehen die Zeichen auf Sparen: Hier sollen bis Ende kommenden Jahres rund 2000 Stellen wegfallen, davon 750 in Deutschland.

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