Sonderermittler für Bahn-Datenaffäre
Mehdorn will von Datenabgleich nichts gewusst haben

Eine Sondersitzung des Aufsichtsrats beschäftigte sich am Mittwochabend mit der Daten-Affäre bei der Bahn. Mach dem Treffen bekräftigte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn, von den umstrittenen Mitarbeiter-Überprüfungen mittels Datenabgleich nichts gewusst zu haben. Bereits zuvor beauftragte der Aufsichtsrat Sonderermittler, die nun Klarheit in den Fall bringen sollen.

HB FRANKFURT. "Der Vorstand hat diesen Datenabgleich weder beauftragt, noch wurde er je um Zustimmung gebeten", sagte der Bahnchef nach Angaben von Teilnehmern am Mittwochabend. Mehdorn habe in einer Erklärung vor dem Aufsichtsrat versichert, dass "meine Vorstandskollegen und ich zu keinem Zeitpunkt über die Zusammenarbeit mit der Firma Network unterrichtet waren". Network war jene Ermittlungsfirma, die der Bahn dabei half, die Daten von rund 173 000 Mitarbeitern mit jenen von Lieferfirmen abzugleichen, um so Hinweise auf Korruption zu erhalten. Mehdorn nannte es den Angaben zufolge "einen großen Fehler", dass Bestimmungen des Betriebsverfassungsrechts bei den Aktionen nicht eingehalten worden seien.

Als Sonderermittler in der Affäre beauftragte der Aufsichtsrat die Rechtsanwälte und früheren Bundesminister Gerhart Baum (FDP) und Herta Däubler-Gmelin (SPD). Das Gremium beschloss zudem die Gründung eines sogenannten Compliance-Ausschusses, der künftig die Untersuchung koordinieren soll. Das englische Wort Compliance steht für die Einhaltung von Unternehmensrichtlinien. Dem Ausschuss gehören unter anderem der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Müller und sein neu gewählter Stellvertreter und Transnet-Gewerkschaftschef Alexander Kirchner an.

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