Sonderfaktoren treiben Quartalsergebnis
Fraport dreht nochmal auf

Im zweiten Quartal konnte der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport seinen Gewinn merklich steigern. Grund waren aber nicht zuletzt Sondererlöse. Fürs Gesamtjahr fällt der Ausblick zurückhaltend aus, wenngleich teils Rekordzahlen erwartet werden.

HB FRANKFURT. Der Konzerngewinn erhöhte sich nach einem schwachen ersten Quartal im Zeitraum von April bis Juni um mehr als 50 Prozent auf fast 70 Mill. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 19 Prozent auf 179 Mill. Euro. Die Branchenexperten hatten im Schnitt mit einem Überschuss von gut 60 Mill. Euro und einem Ebitda von rund 165 Mill. Euro gerechnet.

Wie Fraport erläuterte, flossen ins Betriebsergebnis rund 20 Mill. Sonderertrag aus einem Beteiligungsverkauf und der Auflösung von Rückstellungen ein.

Europas zweitgrößter Flughafenbetreiber gab erstmals eine genauere Prognose für das Gesamtjahr: Das Ebitda soll 2006 gegenüber dem Vorjahr (548 Mill. Euro) um 4 bis 5 Prozent wachsen. Der Konzernüberschuss soll den Vorjahresrekord von 162 Mill. Euro erneut um mehr als 10 Prozent übertreffen. Damit erwartet das Unternehmen eine Abschwächung des Wachstums: In der ersten Jahreshälfte stieg der Überschuss um 34 Prozent auf 97 Mill. Euro und das Ebitda um 12 Prozent auf 288 Mill. Euro.

Fraport will damit den Gewinn erneut wesentlich stärker verbessern als den Umsatz und die Passagierzahlen. Angesichts der Kapazitätsengpässe auf dem Frankfurter Flughafen wird dort in diesem Jahr nur mit einem Passagierzuwachs um die 1,5 Prozent gerechnet nach bislang 2 Prozent; in der ersten Jahreshälfte waren es wetterbedingt sogar nur 1,3 Prozent. Auch der Konzernumsatz dürfte allenfalls in der Größenordnung von 1,5 Prozent wachsen, teilte Fraport mit. Zum Überschuss beitragen sollen die kontinuierlich steigenden Erlöse aus den Konzessionen der Einzelhandelsgeschäfte am Flughafen Frankfurt. Im ersten Halbjahr seien diese Einnahmen pro Passagier um 14 Prozent auf 2,57 Euro gestiegen.

Kosten senken

Fraport will seine Kosten bis 2010 schrittweise um 25 Mill. Euro pro Jahr senken. Das Sparprogramm war im Frühjahr angekündigt worden, nun stehe die Größenordnung fest, sagte Finanzvorstand Stefan Schulte am Dienstag. Es gehe um eine Vielzahl von Maßnahmen; Einzelheiten wollte Schulte nicht nennen.

Fraport steht trotz eines Gewinnanstiegs im zweiten Quartal und einer für das Gesamtjahr erwarteten deutlichen Steigerung des Konzernüberschusses unter Druck. Die Fluggesellschaften drängen auf weitere Gebührensenkungen. „Wir befinden uns derzeit mit den Fluggesellschaften in Gesprächen über die Entgelte, und das sind sicherlich schwierige Gespräche“, sagte Schulte. Fraport müsse sicherstellen, die notwendigen Investitionen in den kommenden Jahren auch finanzieren zu können. Ob und in welchem Umfang Fraport den Fluggesellschaften entgegen kommen werde, sei noch offen.

Schulte beklagte erneut die Engpässe am Frankfurter Flughafen. Die Passagierentwicklung im Juli in Frankfurt sei zwar besser gewesen als im Durchschnitt des ersten Halbjahres. „Doch wir könnten viel stärker wachsen, wenn wir in Frankfurt nicht die Kapazitätsprobleme hätten“, sagte Schulte. Eine zusätzliche vierte Landebahn, die in der Region umstritten ist und von Anwohnern und Umweltschützern bekämpft wird, soll frühestens 2010 zur Verfügung stehen.

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