Sondierungsgespräche mit Alitalia
Fusionspläne belasten Air-France Aktie

Die größte Fluggesellschaft Europas will weiter wachsen: Air France-KLM arbeitet an einer Fusion mit Alitalia. Die Ankündigung löste an der Börse eine Verkaufswelle aus. Viele Investoren verstehen offenkundig nicht, wieso sich die erfolgreiche französisch-niederländische Airline mit der hoch defizitären Alitalia belasten will.

PARIS / MAILAND. „Auf den Wunsch von Alitalia sind wir in Sondierungsgespräche eingetreten“, sagte der Air-France-KLM-Chef Jean-Cyril Spinetta am gestrigen Donnerstag in Paris. Die Aktien von Air France-KLM verlor am Donnerstag binnen weniger Stunden rund sieben Prozent ihres Wertes. Viele Investoren verstehen offenkundig nicht, wieso sich die erfolgreiche französisch-niederländische Airline mit der hoch defizitären Alitalia belasten will. Air France wies am Donnerstag für das zweite Quartal einen Nettogewinn von 374 Mill. Euro aus.

Der Chef von Air France-KLM bemühte sich am Donnerstag in Paris zwar nach Kräften, die mit der Fusion verknüpften Befürchtungen zu zerstreuen. Der Zusammenschluss komme nur dann zu Stande, wenn drei Bedingungen erfüllt seien, sagte Spinetta. Alitalia müsse einen Sanierungsplan vorlegen, der das Unternehmen aus den roten Zahlen herausführe, die Fusion müsse Synergien bringen, und beide Gesellschaften müssten sich über ihre gemeinsame Zukunftsstrategie einig sein.

Spinettas Ausführungen überzeugten die auf die Luftfahrt spezialisierten Pariser Börsenanalysten allerdings nicht. „Alitalia ist ein Risikofaktor für Air France-KLM“, sagte Bruno de la Rochebrochard vom Brokerhaus Raymond James Euro Equities. Wie viele andere Analysten hat auch er Zweifel daran, dass Alitalia überhaupt sanierungsfähig ist.

Denn das zu 49,9 Prozent staatseigene Unternehmen rutscht immer tiefer in die Misere. Alitalia hat seit 2001 keinen Gewinn mehr ausgewiesen und verliert mittlerweile täglich eine Million Euro. Ende des vergangenen Jahres rettete eine Kapitalerhöhung von einer Milliarde Euro das hoch verschuldete Unternehmen vor der Pleite – allerdings nur vorübergehend. „Je mehr Alitalia fliegt, umso mehr verliert sie“, konstatierte der Chef des Unternehmens, Giancarlo Cimoli.

Die extrem angespannten Beziehungen zwischen dem Management und rund zehn Gewerkschaften belasten das Unternehmen zusätzlich. Die Mitarbeiter, die zu den bestbezahlten der Branche gehören, protestierten mit Streiks gegen Sparmaßnahmen und legten den Flugverkehr teilweise lahm. Mitte Dezember will die Belegschaft schon wieder die Arbeit niederlegen.

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