Sorgenkind Deloitte
Katerstimmung zum Jubiläum

Im hundertsten Jahr rumort es bei Deloitte Deutschland mächtig in der Beratung: Weltweit ist Deloitte zwar die Nummer zwei unter den Wirtschaftsprüfungsfirmen, doch in Deutschland sind die Berater mächtig abgerutscht. Die Deloitte-Kollegen im Ausland werden unruhig.

FRANKFURT. Eigentlich sollte das Jahr 2007 für Deloitte in Deutschland ein besonderes Jahr werden. Ihr Vorgänger in Deutschland, die Wedit, feierte gerade in Duisburg den Einhundertsten. Jetzt ist man stolzer „Austragungsort“ für das „World-Meeting“ der Prüfungsgesellschaft. Doch die Stimmung der seit gestern tagenden internationale Deloitte-Spitze dürfte gedrückt sein. Die deutsche Landesgesellschaft ist zu einem Sorgenkind geworden.

Weltweit ist Deloitte die Nummer zwei unter den Wirtschaftsprüfungsfirmen, in Deutschland sind die Berater mächtig abgerutscht. Seit dem Verlust des Prüfungsmandats für die BASF im vergangenen Jahr ist Deloitte in dieser wichtigen Disziplin überhaupt nicht mehr in der Bundesliga der deutschen Konzerne vertreten. KPMG und PWC haben sich den prestigeträchtigen Markt fast allein aufgeteilt. Ein Wiederaufstieg ist für Deloitte schwer. So schnell wechseln die Unternehmen ihre Prüfer nicht.

Dabei sind Prüfmandate die Basis für zusätzliche Dienstleistungen, besonders für die lukrative Beratung. Doch hier sieht es fast noch schlimmer aus. Während der deutsche Beratungsmarkt zuletzt deutlich anzog sank der Umsatz der Deloitte-Sparte im vergangenen Geschäftsjahr (zum 30. Juni) um 3,1 Prozent auf 123 Mill. Euro.

Kein Wunder also, dass Deutschlandchef Wolfgang Grewe unter Druck steht. „Wir hatten in den Geschäftsjahren 2004/2005 und 2005/ 2006 Umsatzrückgänge im Consulting“, räumt er ein. Doch das sei Vergangenheit. Zwar liegen die frischen Jahreszahlen noch nicht vor. Doch Grewe ist sich sicher: „Im abgelaufenen Geschäftsjahr wird der Umsatz in der Beratung zweistellig steigen.“

Den Deloitte-Kollegen im Ausland reicht das offensichtlich nicht. Sie wollen vor allem eine Dauerbaustelle endlich beseitigt sehen. „Die Integration der Andersen-Truppe hat niemals geklappt, man zieht in Deutschland einfach nicht an einem Strang, was in der Beratung fatal ist“, beschreibt ein Deloitte-Manager aus einer großen europäischen Landesgesellschaft die Stimmung.

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