Spanische Ferrovial zahlt „zu wenig“
Flughafenbetreiber BAA wehrt sich gegen Übernahme

Das vom spanischen Baukonzern Grupo Ferrovial angekündigte Übernahmeangebot ist beim britischen Flughafenbetreiber BAA eingetroffen. BAA lehnte jedoch ab.

HB LONDON. Das Gebot eines Konsortiums unter der Führung von Ferrovial belaufe sich auf 8,8 Mrd. Pfund (rund 12,7 Mrd. Euro), teilte BAA mit. Es sei aber nicht im Interesse der Aktionäre, Übernahmegespräche mit Ferrovial aufzunehmen. Ferrovial will 810 Pence in bar je Aktie Zahlen. Damit liegt das Angebot unter dem Schlusskurs vom Donnerstag von 839 Pence. Analysten hatten mit einem Angebot gerechnet, das näher an 900 Pence liegen würde. Am Freitag gaben die BAA-Papiere 2,62 Prozent auf 817 Pence nach. BAA betreibt allein in Großbritannien sieben Flughäfen, darunter die nahe London gelegenen Airports Heathrow, Stansted und Gatwick.



„Für mich ist es keine Überraschung, dass das Angebot in dieser Größenordnung gemacht wurde“, sagte Owen Gibbons, Analyst bei Cheuvreux. Ferrovial prüfe die Lage und sei zu einem höheren Gebot in der Lage. Aber ein Kaufpreis von mehr als 900 Pence wäre erstaunlich, zumindest wenn es nicht zu einem Übernahmekampf komme.

Eine leichte Erhöhung des Angebots sei denkbar, wenn BAA Einsicht in seine Bücher erlaube, sagte eine mit der Situation vertraute Person. „Wir würden dann in begrenztem Umfang eine Due-Dilligence-Prüfung vornehmen.“ Ferrovial sei in jedem Fall weiter daran interessiert, zu einer freundschaftlichen Einigung mit BAA zu kommen.

Ferrovial hatte Anfang Februar angekündigt, zusammen mit einem Konsortium dem Flughafenbetreiber eine Bar-Offerte unterbreiten zu wollen. In BAA-Kreisen hatte es umgehend geheißen, der Konzern wolle sich energisch gegen die Übernahmepläne zur Wehr setzen.

Zu dem Ferrovial-Konsortium gehören informierten Kreisen zufolge die Regierung Singapurs und der kanadische Fonds-Manager Caisse de depot et placement du Quebec. Doch auch die australische Bank Macquarie erwäge ihrerseits ein Gebot für BAA und spreche deshalb mit Investoren aus den USA und Kanada, hieß es in den Kreisen weiter.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport wies dagegen erneut Branchenspekulationen über ein mögliches Interesse am größeren britischen Konkurrenten zurück. Fraport werde sich nicht am Bieterwettbewerb für BAA beteiligen, sagte ein Sprecher. „Für uns wäre lediglich von Interesse, wenn sich im Zuge einer Übernahme von BAA Möglichkeiten bei kleineren Flughafen von BAA ergeben würden“, fügte er hinzu. Fraport, nach BAA zweitgrößter Flughafenbetreiber in Europa, hält seit längerem Ausschau nach Flughafenbeteiligungen sowohl in Europa als auch in Asien.

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