Spar-Zukauf
Edeka hat große Pläne

Der Lebensmittelkonzern Edeka ist überzeugt, dass sich die Übernahme des Konkurrenten Spar bereits ab diesem Jahr rechnet. Die Nummer eins der Branche in Deutschland hat allerdings auch Sorgenkinder im Unternehmen.

HB HAMBURG. Der ab dem laufenden Jahr erwartete Ertragsschub soll auch für die Modernisierung und den Ausbau der Läden in Deutschland sowie die Preisgestaltung genutzt werden, sagte der Vorstandschef der Edeka AG, Alfons Frenk, am Mittwochabend in Hamburg. Der Umsatz der Gruppe legte 2005 um 20,6 Prozent auf 38,06 Mrd. Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag wie im Vorjahr bei rund 480 Mill. Euro. Mittelfristig soll es um 30 bis 50 Prozent steigen.

Die Edeka-Gruppe – ohne den kürzlich übernommenen Einzelhandelskonzern AVA (Marktkauf) – stehe so gut wie nie zuvor da, sagte Frenk. Der Marktanteil im Lebensmitteleinzelhandel stieg durch die 2005 erfolgte Spar-Übernahme von 20 auf 26 Prozent. Die selbstständigen Edeka-Kaufleute steuerten 2005 rund 10,4 Mrd. Euro Umsatz bei (plus 6,7 Prozent), die Spar-Kollegen 3,15 Milliarden. Die übernommenen 1 050 Netto-Discountmärkte brachten der Gruppe 2005 einen Umsatz von 2,98 Mrd. Euro (plus 8,0 Prozent).

Da sich die Gruppe auf ihr Kerngeschäft, den Lebensmittelhandel, konzentrieren will, soll bei der hundertprozentigen Tochter Allgemeine Handelsgesellschaft der Verbraucher AG (AVA aus Bielefeld) in diesem Jahr eine Lösung für die verlustreiche Baumarktsparte gefunden werden. Die Überlegungen reichten von einem Teilverkauf der mehr als 150 Baumärkte bis zu Kooperationen, sagte Frenk. Die AVA weist bei einem Konzernumsatz von 5 Mrd. Euro (minus 0,4 Prozent) nach Informationen der Deutschen Presseagentur einen Vorsteuerverlust von 10 Mill. Euro aus, der im wesentlichen Folge von Rückstellungen sein soll.

Auch aus dem Ausland – bis auf Dänemark – zieht sich Edeka zurück. „Unser Geschäftsmodell eignet sich nicht für die Internationalisierung“, sagte Frenk. Das Angebot eines Vollsortimenters wie Edeka erfordere eine zu komplexe Logistik. Vielmehr wolle das Unternehmen über europäische Kooperationen neue Produkte der Markenartikelhersteller ins Sortiment bekommen.

Die Integration der Spar in Deutschland soll 2006 abgeschlossen werden. Die Kosten von rund 100 Mill. Euro seien in der Bilanz 2005 verarbeitet, sagte Frenk. Um in Deutschland noch stärker zu werden, will er bei sich bietenden Kooperationen oder Übernahmen „genau hingucken.“

Wenn bis Mitte 2006 rund 465 von Edeka selbst betriebene Läden an Selbstständige übertragen sind, sollen in einem zweiten Schub binnen drei Jahren weitere 800 folgen. Rund 800 SB-Läden blieben in Edeka-Regie, sagte Frenk. Geplant ist für 2006 die Einrichtung von rund 150 neuen Edeka-Märkten.

Für Edeka arbeiten rund 249 000 Menschen.

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