Sparkurs soll Konzern dauerhaft in Gewinnzone bringen
Lufthansa spürt wieder leichten Aufwind

Nach der Krise ist vor der Krise. Wenn über die Luftfahrt im Allgemeinen und die Deutsche Lufthansa im Besonderen gesprochen wird, wird seit Jahren gebetsmühlenartig die etwas andere K-Frage gestellt: Wie lange dauert es bis zur nächsten Krise? Die Reaktion der Airline-Manager ist verständlich: Achselzucken.

FRANKFURT. Die Branche wird von riesigen Überkapazitäten geplagt (allein 1600 Flugzeuge stehen im Wüstensand von Arizona), aber eben auch von der ständigen Unsicherheit quer über den Globus: Terror, Kriege und andere Katastrophen bringen in einer derart kapitalintensiven Branche wie der Luftfahrt selbst gesunde Unternehmen schnell in Absturzgefahr. Im Frühjahr 2003 etwa hat die Lungenepidemie SARS schlagartig für leere Flugzeuge von und nach Fernost gesorgt. Ausgerechnet in Asien, der mit Abstand wichtigsten Goldgrube der Lufthansa.

Die Folgen waren verheerend. Bereits im ersten Quartal fing sich der Carrier einen Verlust von 415 Mill. Euro ein. Dass sich die Airline am Ende des Jahres operativ noch in die schwarzen Zahlen rettete, führen Branchenexperten auf ein exzellentes Krisenmanagement zurück: „Wir haben den tiefen Fall eben schon mehrfach üben können“, sagt Konzernchef Wolfgang Mayrhuber, der sich zwischen 1992 und 1994 als Leiter des Sanierungsteams bewährte.

Gut zehn Jahre später steht die Lufthansa wieder mal vor gravierenden Einschnitten – mit dem Unterschied, dass der Sanierungsplan jetzt Aktionsplan heißt: „Wir sind kein Krisenfall“, sagt Mayrhuber zwar. Dennoch sollen bis Ende 2005 nachhaltig 1,2 Mrd. Euro Kosten aus dem Konzern geschnitten werden, davon 430 Mill. noch im laufenden Jahr. „Um profitabel zu wachsen und den Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze und Perspektiven zu bieten, ist es nötig, unsere Effizienz und Profitabilität dauerhaft zu verbessern“, so erklärt der Lufthansa-Chef seinen 93 000 Mitarbeitern die nächste schwere Sparrunde. „Mehr Arbeit für gleiches Geld“ heißt ihr Motto. Weil die Gespräche mit den Gewerkschaften bereits laufen, meidet der Vorstand optimistischere Töne. Das Umfeld bleibe mit Blick auf Konjunktur und den jüngsten Terroranschlag in Madrid schwierig, hieß es gestern bei der Bilanzpressekonferenz. Eine konkrete Jahresprognose blieb der Konzern schuldig. Ein positives Konzernergebnis wolle man schaffen, so Mayrhuber. Doch es herrsche eben „anhaltende Unsicherheit über die Höhe und Dauer des Aufschwungs“.

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