Sparkurs
Thomas Cook plant Kapitalerhöhung

Der hochverschuldete TUI-Rivale möchte offenbar mit einer Kapitalerhöhung mehr als 457 Millionen Euro einnehmen. Kombiniert mit einem harten Sparkurs will der älteste Reiseveranstalter der Welt wieder in die Spur kommen.
  • 0

LondonDer kriselnde Reisekonzern Thomas Cook will mit einem harten Sparkurs wieder in die Spur kommen. Am Mittwoch kündigte das britische Unternehmen an, dank Kostensenkungen seinen Gewinn bis 2015 um 350 Millionen Pfund verbessern zu wollen. Im vergangenen Jahr wurden nur 60 Millionen Pfund verdient. Der 172 Jahre alten Firma setzen sinkenden Buchungszahlen und eine Abwanderung der Kunden ins Internet zu. Künftig will der hoch verschuldete Konzern noch stärker die Hand auf dem Portemonnaie halten, sich auf das Online-Geschäft konzentrieren und vor allem in Großbritannien Filialen schließen. In der Heimat werden, wie bereits bekannt, 2500 Stellen abgebaut. Bei Anlegern kam das Sanierungsprogramm gut an: Die Aktie schoss gut zwölf Prozent in die Höhe.

Thomas Cook kämpft wie der Rivale TUI mit Überkapazitäten und einem harten Preiskampf. In Schieflage war Thomas Cook wegen des "Arabischen Frühlings" vor zwei Jahren geraten, als die politischen Unruhen Urlauber von Reisen nach Tunesien, Ägypten und Marokko abhielten - traditionelle Cook-Destinationen. Erholt hat sich das Geschäft - in Deutschland mit den Reisefirmen Neckermann, Öger Tours sowie dem Ferienflieger Condor - seither nur teilweise.

Frisches Geld soll nun unter anderem der Verkauf von Flugzeugen und Filialen bringen. Einem Medienbericht zufolge ist auch eine Kapitalerhöhung geplant. Mit dem Schritt wolle der Konzern mehr als 400 Millionen Pfund einnehmen, berichtete "Sky News" unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Die Aktienplatzierung solle wahrscheinlich in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden.


Harriet Green, die seit vergangenem Sommer Thomas Cook leitet, macht Fortschritte bei der Neuausrichtung aus. In Großbritannien befinde sich man sich schon wieder in der Spur. Bis 2015 werde das Geschäft auf dem Heimatmarkt eine operative Marge von mehr als fünf Prozent einbringen. Bis dahin will der Konzern auch eine stärkere Position bei Städte- und Winterreisen sowie Konzept-Hotels innehaben. Zeitgleich stehen Verkäufe im Volumen von bis zu 150 Millionen Pfund an. Analysten zufolge könnte sich Thomas Cook vom Luxusreise-Vermittler Elegant Resort, dem Fernreisen-Anbieter Gold Medal oder dem Skireise-Spezialisten Nelson trennen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sparkurs: Thomas Cook plant Kapitalerhöhung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%