Sparprogramm bei Großbrauerei

Russen trinken immer weniger Carlsberg

Während die großen Rivalen AB Inbev und SAB Miller einen Zusammenschluss planen, kämpft Carlsberg mit Problemen. Die Geschäfte in Russland und der Ukraine darben. Der Brauer von Holsten und Astra streicht Stellen.
Der Bierkonzern reagiert mit einem massiven Arbeitsplatzabbau auf schlechte Zahlen. Quelle: Reuters
Carlsberg-Zapfhähne

Der Bierkonzern reagiert mit einem massiven Arbeitsplatzabbau auf schlechte Zahlen.

(Foto: Reuters)

KopenhagenDer weltweit viertgrößte Bierbrauer Carlsberg hat sich nach einer milliardenschweren Abschreibung ein umfangreiches Sparprogramm verordnet und will etwa 2000 Jobs streichen. Das sind rund 15 Prozent der Belegschaft. Insgesamt zählte Carlsberg zum Ende des vergangenen Geschäftsjahrs etwa 47.000 Mitarbeiter.

Vor allem wegen des schleppenden Geschäfts in Russland schrieb der Konzern im dritten Quartal 7,7 Milliarden Dänische Kronen (1 Milliarde Euro) ab und rutschte damit unter dem Strich tief in die roten Zahlen. Das Management will nun großflächig den Rotstift ansetzen und die Geschäfte in Russland und – für Analysten überraschend – in China eine Restrukturierung unterziehen. Auf den wirtschaftlich angeschlagenen Schlüsselmärkten Russland und Ukraine erzielt Carlsberg in der Regel ein Viertel seines Betriebsergebnisses.

An der Börse kamen die Restrukturierungspläne gut an. Die Carlsberg-Aktie verteuerte sich zu Handelsbeginn um mehr als acht Prozent.

Der Bierabsatz mit Marken wie Carlsberg, Tuborg, Holsten, Astra oder Kronenbourg sank im dritten Quartal bereinigt um Zukäufe um drei Prozent auf 37,6 Millionen Hektoliter. Mit dem massiven Arbeitsplatzabbau will der Konzern unter anderem von 2018 an jährlich bis zu zwei Milliarden dänische Kronen einsparen. „Die Entwicklung unseres Gewinns in den jüngsten Jahren war nicht zufriedenstellend“, sagte Vorstandschef Cees 't Hart.

Unter dem Strich fiel wegen hoher Wertberichtigungen ein Verlust von knapp 4,5 Milliarden Kronen an. Dabei machen dem Unternehmen vor allem die schwächelnden Märkte in Russland aber auch in China zu schaffen. Der Umsatz kletterte noch auf 18,3 Milliarden Kronen, nach 18,1 Milliarden Kronen ein Jahr zuvor.

Das sind die größten Bierbrauer der Welt
Platz 10: Groupe Castel
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Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß: 29,8 Millionen Hektoliter

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2014

Platz 9: Kirin
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Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß: 43,1 Millionen Hektoliter

Platz 8: Yanjing
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Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß: 48,3 Millionen Hektoliter

Platz 7: Molson Coors
4 von 10

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß: 58,1 Millionen Hektoliter

Platz 6: Tsingtao Brewery Group
5 von 10

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß: 70,5 Millionen Hektoliter

Platz 5: China Resources Brewery
6 von 10

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß: 117,4 Millionen Hektoliter

Platz 4: Carlsberg
7 von 10

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß: 120,3 Millionen Hektoliter

  • dpa
  • rtr
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