Sparprogramm greift schneller als erwartet
Post kompensiert Portosenkung durch Einsparungen

Die Deutsche Post bekräftigt trotz der Portosenkung ihr Ziel, im Jahr 2003 ein deutliches Gewinnplus zu erreichen. Die Einbußen, die das Anfang des Jahres gesenkte Porto verursacht, werden durch das Sparprogramm Star kompensiert.

HB DÜSSELDORF. Im dritten Quartal konnte die Post auch auf Grund der Einsparungen den operativen Gewinn trotz der Anfang des Jahres wirksam gewordenen Portosenkung minimal steigern und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Das operative Ergebnis (Ebita) lag im dritten Quartal bei 570 (568) Mill. €. Der Umsatz kletterte auf 9,7 (9,46) Mrd. € und lag damit ebenfalls über den Schätzungen der Experten. Von Reuters befragte Analysten im Schnitt mit einem Ebita von 557 Mill. € und einem Umsatz von 9,6 Mrd. € gerechnet.

„Die Zahlen haben insgesamt die Erwartungen erfüllt“, sagte Analyst Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland- Pfalz. Nils Machemehl von M.M. Warburg sagte, die Zahlen enthielten keine großen Überraschungen. Der Kurs der Aktie Gelb legte am Morgen zunächst zu, drehte am Nachmittag aber leicht ins Minus und lag bei 16,64 €.

Finanzvorstand Edgar Ernst bekräftige in einem Gespräch mit Analysten erneut das Ziel des Konzerns, im Gesamtjahr ein Ebita von zumindest 2,9 Mrd. € einzufahren nach 2,4 Mrd. in vergangenen Jahr. Ermöglichen solle dies auch das Sparprogramm Star, das sich „auf gutem Weg befindet“, betonte Ernst. Das Programm solle im laufenden Jahr einen höheren Ergebnisbeitrag erbringen als bislang erwartet. Dieser werde bei mindestens 400 Mill. € liegen. Zuvor war der Post-Vorstand noch von 350 Mill. € ausgegangen. Die Ziele des zunächst bis 2005 angelegten Programms in den kommenden Jahren blieben aber unverändert, sagte Ernst. Er unterstrich erneut, dass der Konzern durch Ergebniszuwächse aus Star 2005 ein operatives Ergebnis von mindestens 3,6 Mrd. € erwartet. Zudem sollen Ernst zufolge die Nettofinanzschulden zum Jahresende 2003 unter 2,5 Mrd. € liegen - deutlich unter den zuvor angepeilten drei Mrd. €.

Insgesamt konnte die Post durch Star seit November 2002 nach eigenen Angaben bereits eine Ergebnisverbesserung von 339 Mill. € realisieren. Dies wurde unter anderem durch organisatorische Umstellungen bei DHL, eine weitere Konzentration der internationalen Rechenzentren und eine erfolgreiche Neustrukturierung des Konzerneinkaufs möglich. Einsparungen wurden aber auch durch einen Beschäftigungspakt mit der Gewerkschaft Verdi möglich, der neben einem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis März 2008 die Streichung von zwei arbeitsfreien Tagen im Jahr sowie flexible Regelungen der Arbeitszeit vorsieht. Postchef Klaus Zumwinkel ergänzte, dass der für kommendes Jahr geplante Börsengang der Postbank den Unternehmenswert des Konzerns nachhaltig steigern werde.

In den ersten neun Monaten 2003 konnte die Post nach eigenen Angaben den Umsatz leicht um 0,3 % auf 28,9 Mrd. € erhöhen. Der Konzerngewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr, das durch die Beihilfeentscheidung der EU-Kommission massiv belastet worden war, auf 869 (392) Mill. €. Der operative Gewinn betrug 2,039 (2,141) Mrd. € und spiegelte mit einem Rückgang des Ebita im Bereich Brief von 7,1 % auf 1,5 Mrd. € noch die Folgen der Portosenkung wider, die im dritten Quartal durch Star aber insgesamt wettgemacht wurden. Im vierten Quartal, bei dem auch für die Post das Weihnachtsgeschäft zum Tragen kommt, wird der Konzern damit ein Ebita von rund 900 Mill. € erwirtschaften müssen, um sein Gewinnziel zu erreichen. Analysten hatten bereits gesagt, sie erwarteten, dass dies gelingen werde.

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